Merz und Macron rücken zusammen
Beim deutsch-französischen Gipfel in Brühl haben Friedrich Merz und Emmanuel Macron mehr Zusammenarbeit in der Verteidigung vereinbart. Im Mittelpunkt stehen nukleare Abschreckung, eine Bundeswehr-Beteiligung an einer französischen Übung und die Weiterarbeit an Teilen von FCAS.

Deutschland und Frankreich wollen ihre Zusammenarbeit deutlich ausbauen – vor allem bei der Verteidigung. Beim 26. Deutsch-Französischen Ministerrat in Brühl traten Friedrich Merz und Emmanuel Macron demonstrativ geschlossen auf. Vor der historischen Kulisse von Schloss Augustusburg vereinbarten beide Seiten eine engere Abstimmung in Sicherheitsfragen und bei Zukunftstechnologien.
Neuer Schritt bei der Abschreckung
Im Zentrum stand die nukleare Abschreckung. Merz kündigte an, dass sich noch in diesem Jahr konventionelle deutsche Kräfte an einer Nuklearübung der französischen Streitkräfte beteiligen sollen. Nach seinen Worten bleibt diese Kooperation mit der nuklearen Teilhabe Deutschlands in der NATO vereinbar. Auch die Verlegung französischer Rafale-Kampfjets nach Nörvenich in Nordrhein-Westfalen wurde als erster operativer Schritt der strategischen Zusammenarbeit genannt.
Macron machte zugleich klar, dass die neue Kooperation nicht bedeute, dass Deutschland französische Atomwaffen mitfinanziert. Frankreich habe seine nukleare Bewaffnung stets selbst bezahlt und wolle das auch künftig so handhaben. Aus Sicht des französischen Präsidenten geht es darum, die Sicherheit in Europa zu stärken und mögliche Gegner stärker im Unklaren zu lassen.
FCAS teilweise gerettet
Auch das zuletzt angeschlagene Rüstungsprojekt FCAS war Thema. Zwar ist der gemeinsame Kampfjet in Teilen gescheitert, doch einzelne Bausteine sollen weitergeführt werden. Dazu zählt vor allem die sogenannte Combat Cloud, also die Vernetzung verschiedener Waffensysteme. Merz betonte, FCAS sei nie nur ein Flugzeug gewesen, sondern immer als Gesamtsystem gedacht worden.
- Mehr Kooperation bei Sicherheit und Verteidigung
- Bundeswehr beteiligt sich an französischer Nuklearübung
- Weiterarbeit an FCAS-Komponenten wie der Combat Cloud
- Engere Zusammenarbeit bei KI, Raumfahrt, Kernfusion und Quantentechnologie
Damit setzen Berlin und Paris nach schwierigen Monaten ein politisches Signal: Trotz Rückschlägen bei gemeinsamen Rüstungsprojekten wollen beide Regierungen ihre strategische Partnerschaft auf ein neues Fundament stellen.