JETZT LIVE
Politik16. Juli 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Merz und Macron im Krisenmodus

Nach dem Aus des Kampfjet-Projekts FCAS treffen sich Bundeskanzler Friedrich Merz und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron heute beim deutsch-französischen Ministerrat in Brühl. Im Mittelpunkt stehen Schadensbegrenzung und neue Impulse für die Zusammenarbeit.

Merz und Macron im Krisenmodus

Nach dem Scheitern des gemeinsamen Kampfjet-Projekts FCAS steht das Verhältnis zwischen Friedrich Merz und Emmanuel Macron unter Druck. Beim deutsch-französischen Ministerrat in Brühl geht es deshalb nicht nur um Sicherheitspolitik, sondern auch um die Frage, wie beide Länder nach dem geplatzten Prestigevorhaben wieder enger zusammenfinden können.

Noch im vergangenen Sommer wirkte die Stimmung zwischen Berlin und Paris deutlich entspannter. Bei einem Treffen auf Fort Brégançon an der französischen Mittelmeerküste inszenierten sich Kanzler und Präsident als eingespieltes Team. Doch schon damals zeichnete sich ab, dass der nächste große Schritt beim geplanten Zukunftsjet ausbleiben würde. Die Entscheidung wurde immer wieder vertagt, bis das Projekt Anfang Juni schließlich abrupt beendet wurde.

Bruch mit Folgen

Besonders heikel: Aus deutschen Regierungskreisen hieß es, der Kanzler habe Macron nahegelegt, das gemeinsame Kampfflugzeug nicht weiterzuverfolgen. In Paris soll man vom Zeitpunkt dieser Ankündigung überrascht gewesen sein. Macron machte zuletzt deutlich, dass er das Aus von FCAS sehr bedauert, zugleich aber darauf drängt, nicht in der Krise stecken zu bleiben.

  • FCAS wurde Anfang Juni beendet.
  • Das Thema belastet die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich.
  • Beim Treffen in Brühl soll nun über konkrete nächste Schritte gesprochen werden.

Sicherheit und Pragmatismus

Ein zentraler Teil der Beratungen ist die Sitzung des deutsch-französischen Verteidigungs- und Sicherheitsrates. Dort soll unter anderem besprochen werden, wie sich die deutsche Seite an französischen Übungen zur nuklearen Abschreckung beteiligen könnte. Einen solchen Schritt hatte Macron bereits Anfang März ins Spiel gebracht.

Die deutsch-französische Expertin Hélène Miard-Delacroix rät für das Treffen zu einem nüchternen Kurs: keine großen Gesten, sondern realistisches Vorgehen. Entscheidend sei jetzt, offen über die Belastungen zu sprechen und die Zusammenarbeit auf wenige, besonders wichtige Felder zu konzentrieren. Genau daran wird sich zeigen, ob Brühl mehr wird als bloße Schadensbegrenzung.