Massenprotest in Frankreich
In mehreren Städten Frankreichs haben Zehntausende gegen sexualisierte Gewalt demonstriert. In Paris kamen laut Veranstaltern 100.000 Menschen zusammen, ausgelöst durch den Fall der getöteten Elfjährigen Lyhanna.

Zehntausende Menschen haben in Frankreich gegen sexualisierte Gewalt protestiert. Demonstrationen fanden in mehreren Städten statt, in Paris gingen nach Angaben der Veranstalter 100.000 Menschen auf die Straße. Hintergrund ist der Fall der elfjährigen Lyhanna, deren Tod landesweit Bestürzung und Wut ausgelöst hat.
Auslöser war der Fall Lyhanna
Nach bisherigen Angaben soll das Mädchen von einem Sexualstraftäter vergewaltigt und getötet worden sein. Besonders brisant: Gegen den Verdächtigen lag demnach bereits seit 2025 eine Anzeige wegen der Vergewaltigung einer Minderjährigen vor. Dennoch wurde er nicht einmal vernommen. Auch ein älteres Verfahren wegen Vergewaltigung Minderjähriger war eingestellt worden.
Zusätzliche Hinweise auf sexuelle Übergriffe sollen ebenfalls ohne Folgen geblieben sein. Genau das hat den Fall für viele Menschen in Frankreich zu einem Symbol gemacht: Nicht nur die Tat selbst sorgt für Entsetzen, sondern auch der Umgang der Behörden mit früheren Vorwürfen.
180 Verbände fordern neues Gesetz
Hinter den Protesten steht ein Bündnis aus 180 Verbänden. Die Organisatoren verlangen ein umfassendes Gesetz, das sexuelle Gewalt auf allen Ebenen bekämpfen soll. Einzelne Maßnahmen oder verstreute Gesetzesänderungen reichen aus ihrer Sicht nicht mehr aus.
- Proteste in mehreren französischen Städten
- 100.000 Teilnehmer laut Veranstaltern in Paris
- Forderung nach einem umfassenden Gesetz gegen sexuelle Gewalt
Die Kundgebungen zeigen, wie groß der öffentliche Druck inzwischen ist. Der Fall Lyhanna hat eine Debatte neu angefacht, die in Frankreich weit über einen einzelnen Kriminalfall hinausgeht.