Macron und Merz unter Druck
Beim deutsch-französischen Treffen im Rheinland suchen Kanzler Friedrich Merz und Präsident Emmanuel Macron die Nähe. Auf Schloss Bensberg und in Nörvenich geht es vor allem um stockende Rüstungsprojekte und die künftige Sicherheit Europas.

Große Bilder, freundliche Gesten, lange Gespräche: Beim Treffen von Friedrich Merz und Emmanuel Macron im Rheinland geht es um weit mehr als Symbolik. Auf Schloss Bensberg bei Köln empfing der Kanzler den französischen Präsidenten in eindrucksvoller Kulisse, bevor sich beide zu vertraulichen Gesprächen und einem gemeinsamen Abendessen zurückzogen.
Hinter dem harmonischen Auftritt steckt allerdings viel Arbeit. Der oft beschworene deutsch-französische Motor läuft derzeit alles andere als störungsfrei. Besonders sichtbar wurde das zuletzt beim gescheiterten gemeinsamen Kampfjet-Projekt FCAS, das an Streit über Führung und nationalen Sonderwünschen zerbrochen ist. Das Treffen soll nun helfen, zumindest politisch wieder enger zusammenzurücken.
Rüstung und Sicherheit im Fokus
Am Freitag setzen beide Seiten ihre Beratungen auf dem Fliegerhorst in Nörvenich fort. Dort wollen die Regierungen demonstrieren, wie eng ihre Streitkräfte zusammenarbeiten. Geplant ist auch ein Austausch darüber, welche Bedeutung Frankreichs Atomwaffen künftig für die Sicherheit Deutschlands haben könnten.
- Treffen von Merz und Macron auf Schloss Bensberg
- Beratungen mit Außen- und Verteidigungsministern in Nörvenich
- Ministerrat mit je acht Regierungsmitgliedern in Brühl
Sorge vor neuen Belastungsproben
Über dem Besuch schwebt auch die Frage, wie belastbar das Verhältnis in politisch schwierigeren Zeiten wäre. Mit Blick auf die französische Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr wächst die Sorge, dass ein möglicher Erfolg von Marine Le Pen die Beziehungen zur EU und damit auch zu Deutschland erschweren könnte. Fachleute halten deshalb Kooperationen für besonders wichtig, die nicht nur vom guten persönlichen Verhältnis der Regierungen leben.
Ein weiterer symbolischer Termin folgt auf Schloss Augustusburg in Brühl. Dort kommen jeweils acht Ministerinnen und Minister beider Regierungen zusammen. Der Ort ist historisch aufgeladen: Schon 1962 war Brühl ein wichtiges Zeichen für die deutsch-französische Annäherung. Genau an diese Tradition wollen beide Seiten jetzt anknüpfen - trotz aller offenen Probleme.