Machtkampf in Uganda
In Uganda wächst die Unsicherheit über die Machtverhältnisse: Präsident Yoweri Museveni regiert seit 40 Jahren, doch sein Sohn und Armeechef Muhoozi Kainerugaba tritt immer dominanter auf. Zuletzt wurden unabhängige Medien geschlossen.

In Uganda stellt sich immer stärker die Frage, wer im Land tatsächlich die Entscheidungen trifft. Präsident Yoweri Museveni ist seit rund 40 Jahren an der Macht und führt das ostafrikanische Land autoritär. Doch zuletzt rückt immer mehr sein Sohn Muhoozi Kainerugaba in den Mittelpunkt, der als Armeechef mit harter Hand auftritt.
Besonders deutlich wurde das vor zwei Wochen, als unabhängige Medien im Land abgeschaltet wurden. Eine offizielle Begründung dafür gibt es bis heute nicht. Betroffen sind Fernsehsender, Radiostationen und Zeitungen, deren Journalistinnen und Journalisten weiterhin nicht arbeiten dürfen. Für Kritiker ist das ein weiteres Zeichen dafür, dass die Repression in Uganda zunimmt.
Opposition sieht Sohn auf dem Vormarsch
Der Aktivist und Regierungskritiker Kanyesigye Deus warnt vor beiden Männern, hält aber den Sohn inzwischen für den eigentlichen Machtfaktor. Aus seiner Sicht übt der Präsident das Amt nur noch formal aus, während Kainerugaba mit Hilfe des bestehenden Staatsapparats immer mehr Kontrolle übernommen habe. Beide stünden für ein Vorgehen gegen Opposition und kritische Stimmen.
Auch Beobachter außerhalb Ugandas sehen in dem Schritt gegen die Medien eine bewusste Machtdemonstration. Nach Einschätzung des Horn International Institute for Strategic Studies in Nairobi sollte damit signalisiert werden, wer die Kontrolle im Land besitzt. Solche Entwicklungen seien nicht nur in Uganda zu beobachten, sondern auch in anderen ostafrikanischen Staaten, in denen Proteste unterdrückt und politische Gegner festgenommen würden.
Junge Bevölkerung hofft auf Wandel
Menschenrechtsorganisationen schlagen ebenfalls Alarm. Amnesty International fordert die ugandische Führung auf, die geschlossenen Medienhäuser wieder zu öffnen, willkürlich Festgenommene freizulassen und die Einschüchterung von Aktivisten zu beenden.
- Präsident: Yoweri Museveni
- Armeechef: Muhoozi Kainerugaba
- Konfliktpunkt: Schließung unabhängiger Medien
- Gesellschaftlicher Faktor: sehr junge Bevölkerung mit einem Durchschnittsalter von 17 Jahren
Für viele junge Menschen im Land ist das entscheidend. Uganda hat eine der jüngsten Bevölkerungen der Welt, und genau darin sieht Aktivist Deus eine mögliche Kraft für Veränderung. Seine Einschätzung: Die Führung fürchtet vor allem diese Generation, die sich ein anderes Uganda wünscht.