JETZT LIVE
Musik & Film5. August 2026, 13:00 Uhr · von Redaktion

Locarno setzt auf große Namen

Beim 79. Locarno Film Festival stehen 17 Wettbewerbsfilme an, darunter nur vier von Regisseurinnen. Auf der Piazza Grande sorgen dafür Stars wie Isabella Rossellini, Zoë Saldaña, Asia Argento und Isabelle Huppert für Glanz.

Locarno setzt auf große Namen

Das 79. Locarno Film Festival setzt 2026 auf eine Mischung aus neuem Kino, Starpower und Filmgeschichte. Im internationalen Wettbewerb laufen 17 Filme, doch nur vier davon stammen von Frauen. Deutlich prominenter fällt der weibliche Auftritt auf der Piazza Grande aus: Dort werden Isabella Rossellini, Zoë Saldaña und Asia Argento ausgezeichnet.

Schweizer Film und großer Abschluss

Aus der Schweiz reist Petra Volpe mit ihrem ersten englischsprachigen Film an. In dem Gefängnisdrama „Frank & Louis“ kümmert sich ein wegen Mordes verurteilter Häftling um einen Mitgefangenen mit Alzheimer. Ebenfalls in Locarno dabei ist Olivia Wilde mit der Beziehungskomödie „The Invite“, in der Seth Rogen, Edward Norton und Penélope Cruz zu sehen sind. Der Film basiert auf dem spanischen Stoff „Sentimental“, der bereits 2023 von Sabine Boss als „Die Nachbarn von oben“ neu verfilmt wurde.

Zum Festivalende gibt es dann noch einmal einen besonders großen Auftritt: Für den Abschlussfilm „Ni vue, ni connue“ wird Isabelle Huppert in Locarno erwartet. In dem Film spielt sie eine Statistin, die von Dreh zu Dreh zieht und darauf hofft, endlich entdeckt zu werden.

Rückblick auf dunkle Kapitel Hollywoods

Einen starken Akzent setzt das Festival auch mit seiner Retrospektive „Red & Black – Hollywood Left and the Blacklist“. Im Mittelpunkt steht die Zeit der kommunismusgetriebenen Verdächtigungen in den USA ab 1947, als Filmschaffende auf Schwarzen Listen landeten, unter Pseudonym arbeiten mussten oder ins Ausland gingen. Gezeigt werden Werke von Betroffenen wie John Garfield, Dalton Trumbo, Dorothy Parker und Charles Chaplin. Auch Gavrik Losey, der Sohn von Regisseur Joseph Losey, wird in Locarno vor Ort sein.

  • Retrospektive zur Hollywood-Blacklist
  • Wiederaufführung von Chaplins „A King of New York“
  • Restaurierte Rückkehr von Kevin Costners „Dances With Wolves“

Damit blickt Locarno nicht nur nach vorn, sondern auch bewusst zurück. Neben Premieren und Promi-Auftritten bekommt also auch die Filmgeschichte ihren großen Platz – von der politischen Verfolgung in Hollywood bis zum Western-Klassiker mit Kevin Costner.

Foto: Wikimedia Commons / Harald Krichel, CC BY-SA 4.0