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Musik & Film8. Juli 2026, 09:00 Uhr · von Redaktion

Lobrecht füllt den Zoo Palast

Felix Lobrecht und Regisseur David Wnendt haben im Berliner Zoo Palast über „Sonne und Beton“ gesprochen. Die Filmreihe „Hauptrolle Berlin“ zog damit den großen Saal voll – erst zum zweiten Mal in elf Jahren.

Lobrecht füllt den Zoo Palast

Großer Andrang im Zoo Palast: Bei der Filmreihe „Hauptrolle Berlin“ sorgten diesmal Felix Lobrecht und Regisseur David Wnendt für ein volles Haus. Gezeigt wurde „Sonne und Beton“, dazu gab es ein Gespräch über die Entstehung des Films – und reichlich Wiedersehensfreude auf der Bühne.

Neben den beiden Machern war auch ein großer Teil des Teams dabei, darunter die jungen Hauptdarsteller, die seit der Berlinale-Premiere 2023 sichtbar älter geworden sind. Für viele wurde der Abend damit zu einer kleinen Reunion. Besonders im Fokus stand die Drehzeit in Gropiusstadt, also genau dort, wo Lobrecht einen Teil seiner Jugend erlebt hat und wo auch die Vorlage seines Romans verankert ist.

Dreharbeiten mit echtem Kiez-Feedback

Wnendt und Lobrecht berichteten, dass die Nachbarschaft die Produktion überwiegend neugierig und freundlich begleitet habe. Ganz ohne Zwischenfälle lief es aber nicht:

  • Eine Kameradrohne sorgte bei einigen Bewohnern für Ärger.
  • Aus einem Hochhaus wurde laut Bericht sogar mit kleinen Möbelstücken nach ihr geworfen.
  • Bei der Prügelszene zu Beginn des Films rückte die Polizei an, weil sie eine echte Massenschlägerei vermutete.

Dass der Film so direkt und glaubwürdig wirkt, hat auch mit Lobrechts Mitarbeit am Drehbuch zu tun. Obwohl er zuvor keine Drehbucherfahrung hatte, schrieb er mit – vor allem, damit die raue Sprache der Straße erhalten bleibt. Beim Casting setzten die Macher außerdem bewusst nicht auf klassische Schauspielschüler, sondern auf Laiendarsteller mit der passenden Ausstrahlung.

Eine Million Zuschauer geknackt

Auf der Bühne erzählten die Darsteller, wie neu für sie damals alles gewesen sei – vom Casting bis zur ersten Kameraerfahrung. Während der Dreharbeiten seien enge Verbindungen entstanden, auch zu Lobrecht selbst. Der hätte nach eigener Aussage gern die Rolle des älteren Bruders übernommen, doch Wnendt lehnte das ab. Stattdessen spielte Rapper Luvre47 die Figur, während Lobrecht nur einen kurzen stummen Auftritt bekam. Schlechte Stimmung entstand daraus offenbar nicht: Ein weiteres Filmprojekt mit Luvre47 ist bereits angedacht.

Hinter „Sonne und Beton“ liegt ohnehin eine bemerkenswerte Reise: von der Berlinale als Special-Gala über eine eigene Premiere in Gropiusstadt bis zur Kinotour. Am Ende stand ein echter Publikumserfolg: mehr als eine Million Zuschauer. Auch im Zoo Palast zeigte sich, dass viele den Film längst nicht nur einmal gesehen haben.

Foto: Wikimedia Commons / Martin Kraft, CC BY-SA 4.0