LIV Golf ist pleite
Die von Saudi-Arabien finanzierte Golf-Liga LIV Golf hat in den USA Insolvenz angemeldet. Nach Investitionen von rund 5 Milliarden Dollar stoppt der Staatsfonds die Zahlungen, nun klafft ein Loch von 500 bis 900 Millionen Dollar.
Die umstrittene Golf-Serie LIV Golf steht vor dem Absturz: In den USA hat die Liga Insolvenz angemeldet und Gläubigerschutz beantragt. Der Grund ist klar: Saudi-Arabiens Staatsfonds will die Finanzierung zum Jahresende einstellen. Ohne dieses Geld fehlt dem Projekt die Basis.
Vor rund vier Jahren war LIV Golf angetreten, um die dominante PGA Tour herauszufordern. Mit riesigen Summen wurden Topspieler verpflichtet, dazu kam ein eigener Turnierkalender in verschiedenen Ländern. Insgesamt sollen in den vergangenen Jahren rund 5 Milliarden Dollar in den Golfsport und die Spielerverträge geflossen sein.
Strategiewechsel in Saudi-Arabien
Der Rückzug ist Teil eines grösseren Kurswechsels. Saudi-Arabien investiert zwar weiterhin massiv in den Sport, doch die Prioritäten haben sich verschoben. Golf passt laut der Vorlage nicht mehr zur aktuellen nationalen Strategie. Der Versuch, die PGA Tour zu verdrängen, brachte offenbar nicht den gewünschten Erfolg.
- Saudi-Arabien plant langfristig Investitionen von 50 Milliarden Dollar in verschiedene Sportarten
- Der Fokus verschiebt sich nun stärker auf Fussball
- Für die WM 2034 sind allein für 15 Stadien Schätzungen von rund 30 Milliarden Dollar im Raum
Spieler warten auf ihr Geld
Die Gerichtsunterlagen zeigen, wie ernst die Lage ist: Bei LIV Golf soll ein finanzielles Loch von 500 bis 900 Millionen Dollar entstanden sein. Wie gross der Schaden genau ist, hängt laut Vorlage von der Bewertung der Vermögenswerte durch die Sanierer ab.
Zu den wichtigsten Gläubigern zählen ausgerechnet jene Profis, die für viel Geld von der PGA Tour zu LIV Golf gewechselt sind. Genannt werden unter anderem Dustin Johnson und Jon Rahm. Ob die Liga neue Geldgeber findet, ist offen – und damit auch ihre Zukunft im internationalen Profigolf.
Quelle: SRF