Hoenke sprintet nach vorn
Sprinterin Fabienne Hoenke hat 2024 den internationalen Durchbruch geschafft: EM-Silber mit der Schweizer 4x100-Meter-Staffel und ein Heimsieg über 200 Meter bei Weltklasse Zürich.

Foto: Quejaytee / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Fabienne Hoenke hat den nächsten Schritt in ihrer Karriere gemacht. Nachdem sie 2023 noch als grosse Nachwuchshoffnung galt, ist der internationalen Durchbruch inzwischen geschafft. Die 22-jährige Sprinterin gewann bei den Europameisterschaften in Birmingham mit der Schweizer 4x100-Meter-Staffel Silber und holte sich bei Weltklasse Zürich den Schweizer Heimsieg über 200 Meter.
Besonders in Zürich erfüllte sich für die Aargauerin ein lang gehegter Wunsch. Gleichzeitig blieb von der EM auch ein kleiner Stachel: Im 200-Meter-Final wurde Hoenke Vierte und verpasste das Podest knapp. Trotzdem ordnet sie den Lauf als wichtigen Schritt ein, denn es war ihre drittbeste Zeit überhaupt. Noch mehr Gewicht bekamen danach die Staffel-Medaille und der Erfolg im Letzigrund.
Warum Hoenke so schnell ist
Trainiert wird nicht auf einer grossen Showbühne, sondern im Aarauer Telliquartier. Dort geht es eher unspektakulär zu, mit Schulsport im Hintergrund und Alltagsgeräuschen rundherum. Genau das scheint Hoenke zu liegen. Sie setzt nicht auf totale Abschottung, sondern auf Abwechslung. Für ihre Entwicklung sieht sie vor allem einen Punkt als entscheidend an: die mentale Komponente. Sie arbeitet mit einer Mentaltrainerin zusammen und ist überzeugt, in dieser Saison vor allem deshalb so stark gewesen zu sein, weil sie locker geblieben ist und nicht verkrampft.
- EM in Birmingham: Silber mit der Staffel
- Weltklasse Zürich: Schweizer Heimsieg über 200 Meter
- Fokus im Training: mentale Stärke und Krafttraining
Dass Hoenke schnell ist, zeigte sich laut ihrem Umfeld schon früh. Bereits als Kind sei sie ständig herumgerannt. Heute kommt zur natürlichen Schnelligkeit gezieltes Krafttraining dazu. Vor allem auf den ersten 100 Metern sieht sie zusammen mit ihrem Trainer noch Potenzial. Abseits der Bahn beschreibt sie sich selbst dagegen erstaunlich bodenständig: eher ungeduldig, manchmal bequem und im Alltag gern mal knapp dran.
Neues Kapitel neben der Bahn
Auch ausserhalb des Sports beginnt für Hoenke nun eine neue Phase. Sie startet ein Psychologiestudium an der Universität Bern. Der Sprint bleibt ihr Beruf, das Studium eher Ausgleich und Interesse neben dem Leistungssport. Klar ist: Nach dem starken Jahr ist die Schweizerin sportlich längst nicht am Ende angekommen.
Quelle: SRF