Kravitz sprengt die Festival-Kasse
Lenny Kravitz war beim Stars in Town in Schaffhausen der teuerste Act der Festivalgeschichte. Laut Festivaldirektor floss ein höherer sechsstelliger Dollarbetrag – die aufwendige Show mit 65 Crewmitgliedern überzeugte dennoch klar.

Lenny Kravitz hat beim Stars in Town in Schaffhausen nicht nur musikalisch Eindruck hinterlassen, sondern auch finanziell neue Maßstäbe gesetzt. Festivaldirektor Adi Brugger machte eine seltene Ausnahme und sprach offen über die Kosten: Für den Auftritt des Rockstars sei ein höherer sechsstelliger Dollarbetrag fällig geworden. Damit ist Kravitz nach seinen Angaben der teuerste Act in der Geschichte des Festivals.
Der Aufwand hinter dem Konzert war entsprechend groß. Mit dem Musiker reisten 65 Crewmitglieder an, darunter sogar ein persönlicher Koch. Dazu kamen fünf Nightliner und sieben Lastwagen. Auf dem Herrenacker mussten Fans zunächst Geduld mitbringen, denn der Start verzögerte sich um rund 20 Minuten. Als Kravitz dann endlich auf der Bühne erschien, setzte er ganz auf klassische Rockstar-Wirkung: markantes Styling, wenig Worte, viel Präsenz.
Mehr als ein Nostalgie-Trip
Musikalisch beschränkte sich der Sänger nicht auf seine alten Erfolge. Vier Stücke aus dem aktuellen Album „Blue Electric Light“ fanden ihren Weg ins Set und reihten sich laut Bericht mühelos neben bekannte Songs wie „Always On The Run“, „It Ain't Over 'Til It's Over“ und „Again“ ein. Gerade das machte den Abend besonders: Kravitz präsentierte seine Karriere nicht als Rückblick, sondern als fortlaufende Geschichte.
- teuerster Act der Festivalgeschichte
- höherer sechsstelliger Dollarbetrag
- 65 Crewmitglieder, fünf Nightliner, sieben Lastwagen
- vier Songs vom aktuellen Album im Set
Perfekt inszeniert, stark getragen
Besonders gegen Ende sprang die Stimmung auf den ganzen Platz über. Mit „American Woman“, „Fly Away“ und „Are You Gonna Go My Way“ wurde der Herrenacker zum Mitsing-Chor. Einen wichtigen Anteil daran hatte auch die Band, allen voran Drummerin Jas Kayser, die den Sound mit viel Druck nach vorn trieb. Der einzige kleine Vorbehalt: Die Show wirkte stellenweise so präzise, dass große Überraschungen ausblieben.
Trotzdem fällt das Fazit eindeutig aus: Für die Besucher gab es genau das, wofür Kravitz seit Jahrzehnten steht – stilvollen, soulig aufgeladenen Rock’n’Roll ohne Verfallsdatum. Oder anders gesagt: teuer, aufwendig, aber auf der Bühne offenbar jeden Franken wert.
Foto: Wikimedia Commons / , CC BY-SA 2.0