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Politik6. Juli 2026, 09:01 Uhr · von Redaktion

Köln setzt Zeichen beim CSD

Beim Christopher Street Day in Köln zogen rund 60.000 Menschen in 250 Gruppen durch die Stadt. Nach Veranstalterangaben feierten etwa 1,5 Millionen Besucher mit und setzten ein Signal gegen Queerfeindlichkeit.

Köln setzt Zeichen beim CSD

Der Christopher Street Day in Köln hat am Wochenende erneut Hunderttausende mobilisiert. Nach Angaben der Veranstalter beteiligten sich rund 250 Gruppen mit etwa 60.000 Teilnehmenden an der Parade, dazu kamen etwa 1,5 Millionen Besucher entlang der Strecke. Damit wurde der CSD in Köln wieder zu einem der größten Signale für Sichtbarkeit und Solidarität.

Sorge über raueren Alltag

Viele Beteiligte beschrieben, dass der Umgang mit der LGBTQ+-Community im Alltag härter geworden sei. Auch NRW-Innenminister Herbert Reul, der in Köln erstmals beim CSD dabei war, sprach von wachsender Sorge. Er warnte davor, dass manche Menschen anderen vorschreiben wollten, wie sie zu leben hätten. Zugleich betonte er, der Staat und die Polizei müssten alle Menschen schützen – unabhängig von ihrer Lebensform.

Reul hob außerdem die besondere Atmosphäre der Veranstaltung hervor: die Kreativität der Teilnehmenden, die Fröhlichkeit auf der Straße und die große Unterstützung durch das Publikum. Die Parade führte über sechs Kilometer durch die Stadt und wurde so nicht nur zur Demonstration, sondern auch zu einem sichtbaren öffentlichen Bekenntnis.

Politische Botschaften auf der Straße

Neben Reul waren auch prominente Bundespolitiker vor Ort. Claudia Roth von den Grünen sagte, bereits erkämpfte Rechte müssten jetzt verteidigt werden. Karl Lauterbach von der SPD erklärte, der CSD sei in der aktuellen Lage wichtiger denn je, weil Rechte queerer Menschen zunehmend unter Druck gerieten.

  • 250 Gruppen nahmen an der Parade teil
  • 60.000 Menschen zogen mit
  • 1,5 Millionen Besucher wurden gezählt

Auch die Organisatoren verwiesen auf anhaltende Probleme. Jens Pielhau vom Verein Cologne Pride erinnerte daran, dass queere Menschen weltweit verfolgt würden und auch in Deutschland nicht überall gleichgestellt seien. Er nannte etwa rechtliche Nachteile für Regenbogenfamilien und berichtete von Beleidigungen und Gewalt im Alltag. Für viele in Köln war deshalb klar: Pride ist nicht nur Party, sondern weiterhin ein notwendiger Protest.

Foto: Wikimedia Commons / Superbass, CC BY-SA 4.0