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Musik & Film20. Oktober 2026, 09:01 Uhr · von Redaktion

Klavier auf dem Teufelstisch

Der 13-jährige Levin Giesler hat auf dem Teufelstisch im Bodensee ein außergewöhnliches Klavierkonzert gespielt. Für den Auftritt auf dem berüchtigten Felsen mussten Behörden und Transporteure ungewöhnliche Wege gehen.

Klavier auf dem Teufelstisch

Foto: swp

Ein Konzertort, den man so schnell nicht vergisst: Levin Giesler hat im Alter von 13 Jahren auf dem Teufelstisch im Bodensee Klavier gespielt. Der Felsen nahe der Marienschlucht liegt wegen des niedrigen Wasserstands nur knapp unter der Oberfläche – entsprechend saß der junge Pianist beim Spielen mitten in einer ebenso spektakulären wie heiklen Kulisse.

Auf dem Programm standen bekannte Stücke aus ganz unterschiedlichen Welten. Zu hören waren unter anderem:

  • „The River flows in You“ von Yiruma
  • Pachelbels „Kanon in D“
  • „Bohemian Rhapsody“ von Queen

Dass Levin dabei nasse Füße bekam, war für ihn kein Problem: Er spielt nach Angaben der Quelle grundsätzlich barfuß. Bekannt wurde der Jugendliche auch durch seinen Auftritt in der Vox-Sendung „The Piano“, bei der er es trotz fehlender Notenkenntnisse bis ins Finale schaffte.

Heikler Ort, heikle Entscheidung

Der Teufelstisch gilt als berüchtigt. An der Felsnadel, deren Wand rund 80 Meter senkrecht in die Tiefe fällt, kamen in den vergangenen Jahrzehnten zahlreiche Taucher ums Leben. Entsprechend sensibel fiel auch die Prüfung des Vorhabens aus: Das Konstanzer Landratsamt erklärte, eine Anfrage für ein Musikprojekt an diesem Ort habe es zuvor noch nicht gegeben. Am Ende wurde der Auftritt in kleinem Rahmen genehmigt.

Klavier kam per Boot zum Felsen

Auch logistisch war das Konzert alles andere als gewöhnlich. Ein Klavierhaus aus Konstanz brachte einen neuentwickelten Hybridflügel mit einem Segelboot bis zum Teufelstisch. Weil nicht alle Teile an Bord passten, wurde ein Teil des zerlegten Instruments in einem Schlauchboot nachgezogen. Laut Levins Vater Holger Giesler klappte der ungewöhnliche Transport. Größer beworben wurde das Konzert bewusst nicht, dennoch konnten einige Menschen das Ereignis vom Ufer der Marienschlucht aus verfolgen.

Quelle: swp