Kampf um Stadt geht weiter
Russland meldet die vollständige Einnahme von Kostjantyniwka, doch Kiew widerspricht entschieden. Nach ukrainischen Angaben dauern die Kämpfe in der strategisch wichtigen Stadt weiter an.

Die Ukraine weist russische Angaben zur Einnahme von Kostjantyniwka im Osten des Landes klar zurück. Ein Sprecher der Armee erklärte am Samstag, die Meldung sei falsch. Zwar sei die Situation schwierig, die ukrainischen Verteidigungskräfte hätten sie aber weiterhin unter Kontrolle. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj betonte, dass die Stadt noch nicht verloren sei.
Die russische Seite hatte zuvor den Eindruck erweckt, der Kampf sei entschieden. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sprach von einer vollständigen Kontrolle über die seit Langem umkämpfte Stadt. Auch aus dem russischen Verteidigungsministerium hieß es, Generalstabschef Waleri Gerassimow habe Präsident Wladimir Putin über die Einnahme informiert. Putin wertete das demnach als wichtigen strategischen Erfolg.
Strategischer Punkt im Donbas
Kostjantyniwka gilt als wichtiger Stützpunkt auf dem Weg zu den letzten größeren Städten im Donbas, die noch von der Ukraine gehalten werden. Die Stadt in der Region Donezk war schon seit Ende 2025 heftig umkämpft. Vor dem Krieg lebten dort rund 78.000 Menschen.
Nach ukrainischen Militärangaben wird nicht nur in Kostjantyniwka weiter gekämpft. Auch aus Orten näher an russischen Stellungen, darunter Iwanopyllja, wurden weitere Gefechte gemeldet. Im Morgenbericht des Generalstabs war ebenfalls von anhaltenden Kämpfen die Rede.
Unterstützung für die Darstellung aus Kiew kam auch aus Österreich. Oberst Matthias Wasinger vom Bundesheer sagte im Gespräch mit Ö1, dass die Ukraine in der Stadt weiterhin Stellungen halte. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben beider Seiten derzeit allerdings nicht.