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Politik21. Juli 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

Hunger sinkt nur langsam

Ein neuer UN-Bericht zeigt kleine Fortschritte beim Kampf gegen den Hunger. Weltweit geht die Zahl der Betroffenen zwar zurück, doch in Afrika litten zuletzt 309 Millionen Menschen an Hunger, und Milliarden können sich keine gesunde Ernährung leisten.

Hunger sinkt nur langsam

Beim weltweiten Kampf gegen den Hunger gibt es leichte Fortschritte: Laut einem neuen UN-Bericht ist die Zahl der hungernden Menschen zum dritten Mal in Folge gesunken. Entwarnung gibt es aber nicht. Die Unterschiede zwischen den Regionen bleiben groß, und aktuelle Konflikte könnten die Lage bei der Lebensmittelversorgung sogar wieder verschärfen.

Besonders stark betroffen ist weiterhin Afrika mit 309 Millionen hungernden Menschen im vergangenen Jahr. Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO spielen dabei vor allem zwei Faktoren eine Rolle: anhaltende Konflikte in vielen Teilen des Kontinents und das starke Bevölkerungswachstum. Damit liegt Afrika inzwischen vor Asien, was die Zahl der Betroffenen angeht.

Fortschritte in Asien und Lateinamerika

Positiv hebt der Bericht vor allem Teile Südasiens und Lateinamerikas hervor. In Indien etwa habe ein verbessertes und digitalisiertes Sozialsystem geholfen, Hilfen gezielter zu den Menschen zu bringen, die sie benötigen. Der Bericht untersucht dabei nicht nur Hunger selbst, sondern auch, wie Krisen, Kriege und der Klimawandel die Ernährungssicherheit weltweit beeinflussen.

Noch nicht eingerechnet sind die Folgen der Blockade der Straße von Hormus, weil der Bericht sich jeweils auf das Vorjahr bezieht. Die FAO rechnet dennoch mit deutlichen Auswirkungen. Steigende Energiepreise und fehlende Rohstoffe für die Düngerproduktion könnten die Landwirtschaft treffen. Laut FAO fehlen 20 bis 30 Prozent der Stoffe, die für die Herstellung von Dünger gebraucht werden. Weniger Dünger könnte später zu geringeren Ernten und höheren Preisen für Verbraucher führen.

Gesunde Ernährung bleibt für Milliarden zu teuer

Der Bericht macht außerdem deutlich, dass es nicht nur um zu wenig Essen geht, sondern auch um die Qualität der Ernährung. Fast 2,7 Milliarden Menschen können sich demnach keine gesunde Ernährung leisten. Ein Problem seien die hohen Preise für Lebensmittel wie Obst und Gemüse. Ein großer Teil der Kosten entsteht erst nach dem Anbau.

  • Lagerung verteuert Lebensmittel
  • Transportwege schlagen auf die Preise
  • Kühlketten verursachen zusätzliche Kosten

Die Vereinten Nationen wollen den Hunger bis 2030 beenden. Der aktuelle Bericht zeigt jedoch klar, dass dieses Ziel in weiter Ferne liegt. Vor allem Kriege, wirtschaftliche Belastungen und andere Krisen bremsen die Fortschritte weiter aus.