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Politik18. Oktober 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

Härtere Regeln für Social Media

In der Schweiz drängt Innenministerin Elisabeth Baume-Schneider auf strengeren Jugendschutz bei Social Media. Sie bringt nächtliche Zugangssperren für Minderjährige ins Spiel, während der Bundesrat zunächst Werbung und Risiken begrenzen will.

Härtere Regeln für Social Media

Foto: Wikimedia Commons / Armineaghayan, CC BY-SA 4.0

In der Schweiz wächst der Druck auf Social-Media-Plattformen. Elisabeth Baume-Schneider findet die bisherigen Pläne des Bundesrats zum Schutz Minderjähriger nicht ausreichend. Die Innenministerin kann sich zusätzliche Einschränkungen vorstellen, damit Kinder und Jugendliche auf Diensten wie Tiktok, Instagram oder Facebook besser geschützt werden.

Nacht-Sperre statt Totalverbot

Ein vollständiges Verbot für Minderjährige sieht Baume-Schneider allerdings kritisch. Aus ihrer Sicht wäre eine starre Altersgrenze keine einfache Lösung, weil soziale Netzwerke für junge Menschen auch eine wichtige Rolle spielen können. Stattdessen bringt sie gezielte Zugangsregeln ins Spiel. Dazu gehört etwa die Idee, dass Jugendliche in der Nacht keine Social-Media-Inhalte mehr abrufen können.

Die Bundesrätin begründet das mit Gesundheitsrisiken. Gerade exzessives Scrollen bis spät in die Nacht könne problematisch werden, vor allem wenn der Schlaf darunter leidet. Baume-Schneider macht deutlich, dass sie die Verantwortung nicht allein bei den Eltern sieht. Aus ihrer Sicht braucht es Regeln auf gesellschaftlicher und politischer Ebene.

Bundesrat hat Kurs geändert

Der Bundesrat hatte ursprünglich gar keine speziellen Vorgaben für Plattformen geplant, ist nun aber auf einen strengeren Kurs eingeschwenkt. Künftig soll an Minderjährige gerichtete personalisierte Werbung verboten werden. Außerdem sollen Plattformen genauer prüfen müssen, welche Gefahren ihr Angebot für junge Nutzerinnen und Nutzer birgt, und diese Risiken verringern.

  • Verbot personalisierter Werbung für Minderjährige
  • Pflicht zur Prüfung von Risiken für junge Nutzer
  • Mögliche weitere Schutzmaßnahmen bis nächsten Sommer

Als Beispiel für striktere Regeln verweist Baume-Schneider auf China, wo es für Kinder und Jugendliche deutlich strengere Vorgaben gibt. Auch der geplante Kids Act der EU spielt für die Debatte eine Rolle. In der Schweiz sollen nun Medienminister Albert Rösti und Baume-Schneider gemeinsam bis zum nächsten Sommer prüfen, ob weitere Schritte nötig sind.

Quelle: SRF