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Politik18. Oktober 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

Geely drängt auf Europas Straßen

Der chinesische Autobauer Geely baut seine Präsenz in Europa weiter aus. Mit Forschungszentren in Frankfurt und Göteborg, rund 1000 Ingenieuren und mehreren Marken wächst der Druck auf die Konkurrenz.

Geely drängt auf Europas Straßen

Foto: unbekannt / Wikimedia Commons, Public domain

Der Name Geely ist für viele Autofahrer in Europa noch vergleichsweise neu. Der Konzern selbst ist hier aber längst kein Unbekannter mehr. Nach eigenen Angaben investiert das Unternehmen schon seit rund 20 Jahren in Europa und beschäftigt in seinen Entwicklungszentren in Frankfurt und Göteborg etwa 1000 Ingenieure.

Startpunkt war Volvo

Den entscheidenden Einstieg schaffte Geely 2010 mit der Übernahme von Volvo. Von Göteborg aus baute der Konzern seine Präsenz Schritt für Schritt aus und brachte weitere Marken nach Europa. Dazu kamen zuerst Polestar, später Zeekr, dann Lynk & Co – und nun tritt auch die Marke Geely selbst stärker auf den europäischen Markt.

  • 2010: Übernahme von Volvo
  • 2017: Start von Polestar in Europa
  • 2021: Einführung von Zeekr
  • 2024: Lynk & Co

Europachef Aiden He macht klar, dass sich Geely hier nicht über Billigpreise profilieren will. Stattdessen soll die Qualität der Produkte im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig verweist er darauf, dass jede Marke im Konzern eine eigene Rolle und Positionierung habe. Der Aufbau einer neuen Marke brauche in Europa allerdings mehrere Jahre.

Viele Marken, harter Wettbewerb

Genau darin liegt aber auch ein Risiko. Denn Geely ist nicht der einzige chinesische Hersteller mit großen Europa-Plänen. Immer mehr neue Anbieter drängen auf den Markt. Der Autoexperte Stefan Bratzel warnt deshalb davor, dass die wachsende Zahl an Marken und Modellen auch zum Problem werden könnte. Wenn zu viele Namen gleichzeitig auftreten, könnte das Kunden eher verwirren als überzeugen.

Geely ist dabei ohnehin schon weit verzweigt unterwegs: Zum Konzernumfeld gehören in Europa nicht nur Elektro- und Hybridmodelle, sondern auch die schwarzen Elektrotaxis in London. Zudem hält Geely die Hälfte an Smart und ist auch mit zehn Prozent an Mercedes-Benz beteiligt. Der Angriff auf Europas Straßen läuft also längst – nur vielen Käufern ist das bisher offenbar noch gar nicht bewusst.

Quelle: SRF