Harry verliert gegen Mail
Prinz Harry ist mit seiner Klage gegen den Verlag der „Daily Mail“ in London gescheitert. Der High Court entschied, dass Harry, Elton John und weitere Kläger ihre schweren Spitzelvorwürfe nicht ausreichend belegen konnten.

Prinz Harry und mehrere prominente Mitkläger haben vor dem Londoner High Court eine Niederlage erlitten: Ihre Klage gegen den Verlag Associated Newspapers Limited, zu dem die „Daily Mail“ und „The Mail on Sunday“ gehören, blieb erfolglos. Das am Dienstag veröffentlichte Urteil umfasst 436 Seiten und kommt zu dem Schluss, dass die Vorwürfe der unrechtmäßigen Informationsbeschaffung nicht ausreichend bewiesen wurden.
Schwere Vorwürfe, zu wenig Belege
Mit Harry hatten auch Elton John, dessen Ehemann David Furnish sowie Schauspielerin Elizabeth Hurley geklagt. Im Kern ging es um den Vorwurf, Reporter des Boulevardblatts hätten über Jahre mit illegalen Methoden gearbeitet, um an exklusive Geschichten zu kommen. Genannt wurden unter anderem abgehörte Telefonate und Mailboxen, private Unterlagen und der Einsatz von Privatdetektiven.
- Laut Klägern sollen die Taten zwischen 1993 und 2018 erfolgt sein.
- Es ging unter anderem um angeblich eingesehene Dokumente und beschaffte Krankenakten.
- Der Verlag hatte alle Anschuldigungen von Beginn an zurückgewiesen.
Der Richter stellte klar, dass es sich um gravierende Vorwürfe handle. Für ein Urteil gegen den Verlag habe es aber an besseren Beweisen gefehlt. Damit scheiterte eine der prominentesten Medienklagen der vergangenen Jahre.
Harrys Kampf gegen die Boulevardpresse
Für Harry war das Verfahren Teil seines langjährigen Konflikts mit der britischen Boulevardpresse. Der Prinz hatte im Jänner selbst ausgesagt und dabei sehr persönliche Worte gefunden. Er schilderte, wie sehr ihn die Verfolgung durch Medien belastet habe und wie stark auch seine Frau Meghan darunter gelitten habe. Auch Elton John äußerte sich vor Gericht äußerst scharf zu den angeblichen Methoden des Verlags.
Dass Harry selbst vor Gericht auftritt, gilt bei britischen Royals als ungewöhnlich. Nach seinem Rückzug aus dem engeren Kreis des Königshauses im Jahr 2020 lebt der 41-Jährige mit Meghan und den beiden Kindern in den USA. Der Prozess war bereits seine dritte Klage dieser Art — diesmal jedoch ohne Erfolg.