Hambi gerettet, USA bohren
Der Hambacher Wald in Westdeutschland wird dauerhaft geschützt. Während dort nach jahrzehntelangem Protest ein Erfolg für Umweltinitiativen gefeiert wird, öffnen die USA immer mehr öffentliche Flächen für Öl und Gas.

Nach Jahrzehnten des Streits steht fest: Der Hambacher Wald in Westdeutschland soll dauerhaft unter Schutz gestellt werden. Die zuständige Kommunalverwaltung hatte das im Juni bekanntgegeben. Für Umweltverbände ist das ein historischer Erfolg, denn das Waldgebiet zwischen Aachen und Köln war lange Symbol für den Konflikt zwischen Klimaschutz und Braunkohleabbau.
Der Wald ist rund 12.000 Jahre alt, von der ursprünglichen Fläche sind aber nur noch etwa 14 Prozent erhalten. Direkt neben dem Restwald liegt der gewaltige Hambacher Tagebau, mehr als 400 Meter tief und rund 85 Quadratkilometer groß. Über viele Jahre hatten Anwohner und Umweltschützer gegen die Abholzung protestiert, zeitweise sogar mit Baumhäusern und Camps mitten im Wald.
Protest mit langem Atem
Der Konflikt reicht bis in die 1970er Jahre zurück. Damals leitete RWE das Genehmigungsverfahren für den Braunkohletagebau ein. Mehr als 5200 Menschen aus umliegenden Dörfern sollten umgesiedelt werden. Daraus entwickelte sich früh Widerstand, später schlossen sich Umweltgruppen an. Einen entscheidenden Moment gab es im Oktober 2018: Mehr als 50.000 Menschen demonstrierten im Hambacher Wald, im selben Monat stoppte eine gerichtliche Verfügung die Rodung.
- 2019 empfahl die Kohlekommission den Schutz des Waldes
- Deutschlands Kohleausstieg soll bis 2038 beginnen
- Die Förderung im Hambacher Tagebau soll bis 2029 enden
Ganz andere Richtung in den USA
Während in Deutschland ein Wald geschützt wird, läuft in den USA laut Bericht eine gegenteilige Entwicklung. Dort werden öffentliche Flächen derzeit in ungewöhnlich großem Umfang für die Öl- und Gasförderung geöffnet. Der Biologe Lincoln Larson von der North Carolina State University sieht darin einen klaren Gegenkurs zu Projekten wie dem Schutz des Hambacher Walds.
Der Fall Hambach zeigt damit nicht nur einen regionalen Erfolg der Klimabewegung, sondern auch, wie unterschiedlich Staaten mit Natur und Rohstoffen umgehen. In Deutschland wird ein jahrzehntealter Konflikt zumindest teilweise befriedet – in den USA verschärft sich die Debatte um öffentliches Land offenbar weiter.