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Politik26. Juli 2026, 07:01 Uhr · von Redaktion

Guterres reist nach Damaskus

UN-Generalsekretär António Guterres ist erstmals seit 15 Jahren wieder nach Damaskus gereist. In Syrien traf er Übergangspräsident Ahmed al-Scharaa und besuchte auch das berüchtigte Militärgefängnis Saidnaja.

Guterres reist nach Damaskus

António Guterres ist als erster UN-Generalsekretär seit mehr als 15 Jahren nach Damaskus gereist. Den Besuch bezeichnete er als Solidaritätsreise. In der syrischen Hauptstadt traf er den Übergangspräsidenten Ahmed al-Scharaa sowie Außenminister Asaad al-Schaibani.

Besonders symbolträchtig war ein weiterer Termin: Guterres besuchte das Militärgefängnis Saidnaja nahe Damaskus. Das Gefängnis gilt seit Jahren als Synonym für die Verbrechen der Assad-Herrschaft. Nach Angaben von Amnesty International wurden dort während der Zeit von Baschar al-Assad Tausende Menschen bei Massenhinrichtungen getötet, vor allem oppositionelle Zivilisten.

Erster UN-Besuch seit 2009

Zuletzt war 2009 mit Ban Ki Moon ein UN-Generalsekretär in Syrien. Guterres selbst hatte das Land zuletzt 2010 besucht, damals noch als UN-Flüchtlingshochkommissar. Bei einer Pressekonferenz sagte er, er habe sich bewusst dagegen entschieden, seit Beginn der gewaltsamen Unterdrückung im Jahr 2011 bis zum Sturz des Regimes nach Syrien zu reisen.

Seit dem Beginn des Bürgerkriegs war Syrien international weitgehend isoliert. Erst mit dem Umbruch Ende 2024 änderte sich die Lage: Eine Allianz unter Führung der Islamistengruppe HTS stürzte die Assad-Regierung, HTS-Anführer al-Scharaa wurde danach Übergangspräsident. Die neue Führung bemüht sich seither um engere Kontakte zur internationalen Gemeinschaft.

Humanitäre Hilfe bleibt zentral

Dass die Vereinten Nationen in Syrien weiter eine Schlüsselrolle spielen, zeigt vor allem die humanitäre Lage. Nach UN-Angaben sind rund 15,6 Millionen Menschen im Land auf Hilfe angewiesen.

  • Erster Besuch eines UN-Generalsekretärs in Syrien seit 15 Jahren
  • Treffen mit Übergangspräsident al-Scharaa in Damaskus
  • Besuch des berüchtigten Gefängnisses Saidnaja
  • 15,6 Millionen Menschen brauchen laut UN Hilfe