Grönland-Deal vor Durchbruch
Im Streit um Grönland zeichnet sich ein Abkommen zwischen den USA, Dänemark und Grönland ab. Während Donald Trump den Deal bereits als besiegelt darstellt, verweisen Kopenhagen und Nuuk auf offene Schritte bis zur möglichen Unterzeichnung bei der UN.

Foto: NASA / Ames Research Center / Wikimedia Commons, Public domain
Im monatelangen Streit um Grönland scheint eine Einigung näherzurücken: Die USA, Dänemark und die grönländische Regierung arbeiten an einem gemeinsamen Abkommen. Auslöser der Krise waren wiederholte Forderungen von US-Präsident Donald Trump, die Insel solle Teil der Vereinigten Staaten werden. Das hatte nicht nur in Kopenhagen und Nuuk, sondern auch in der EU für heftigen Widerstand gesorgt.
Was bisher über den Deal bekannt ist
Über den genauen Inhalt halten sich Dänemark und Grönland bislang bedeckt. Trump erklärte dagegen auf Truth Social, die USA erhielten mit dem Abkommen eine dauerhafte Kontrolle über Sicherheit und weitere Angelegenheiten auf Grönland. Nach seiner Darstellung könnten die Vereinigten Staaten künftig alle nötigen Schritte zur Verteidigung der Insel unternehmen.
- Militärische Stützpunkte fremder Staaten sollen nur noch mit Zustimmung Washingtons möglich sein.
- Auch bei „sensiblen Investitionen“ auf Grönland soll laut Trump eine US-Genehmigung nötig werden.
- Was genau darunter fällt, blieb offen.
Bestätigt sind diese Punkte von dänischer oder grönländischer Seite bisher nicht. Die dänische Ministerpräsidentin Mette Frederiksen sprach stattdessen allgemein davon, dass eine Vereinbarung die gemeinsame Sicherheit in der Arktis und im Nordatlantik stärken könne. Zugleich betonte sie, dass Souveränität und territoriale Integrität des dänischen Königreichs sowie das Recht der Grönländer auf Selbstbestimmung gewahrt bleiben sollen.
Noch kein fertiger Vertrag
Auch beim Zeitplan gibt es unterschiedliche Darstellungen. Trump spricht bereits von einer abgeschlossenen Vereinbarung. Dänemark hingegen geht davon aus, dass das Abkommen erst in der kommenden Woche am Rande der UN-Generalversammlung unterzeichnet werden könnte. Danach müsste zudem noch das dänische Parlament zustimmen, bevor der Deal überhaupt in Kraft treten kann.
Für alle Beteiligten wäre ein Abschluss politisch heikel und zugleich wichtig: Der Streit um Grönland hatte sich zuletzt zu einer Belastungsprobe für die NATO und das Verhältnis zwischen Europa und den USA entwickelt. Entsprechend genau wird nun beobachtet, was am Ende tatsächlich schwarz auf weiß steht.
Quelle: Tagesschau