Griechenland lockt Hollywood
Mit Christopher Nolans „Odyssee“ rückt Griechenland als Filmkulisse ins Rampenlicht. Der Staat erstattet Produktionen bis zu 40 Prozent ihrer Ausgaben im Land – ein Modell, das die Branche spürbar antreibt.

Christopher Nolans „Odyssee“, die jetzt in den deutschen Kinos startet, lenkt den Blick nicht nur auf einen antiken Stoff, sondern auch auf Griechenland als gefragten Drehort. Teile des Films wurden im Süden des Peloponnes rund um Pylos gedreht. Dort nutzte die Produktion im Frühjahr 2025 die Nebensaison, als in der Region noch kaum Touristen unterwegs waren.
Dass ein Epos wie die „Odyssee“ in Griechenland verfilmt wird, liegt nahe. Doch das Land punktet längst auch bei ganz anderen Formaten. Für den Action-Thriller „Barracuda“ wurde Thessaloniki zur Filmversion von Miami, die Apple-Serie „Teheran“ entstand in Straßen von Athen. Dahinter steckt vor allem eine gezielte Standortpolitik: Internationale Produktionen bekommen in Griechenland einen Teil ihrer Kosten zurück und profitieren zusätzlich von steuerlichen Vorteilen.
Förderung als Standortvorteil
Nach Angaben der griechischen Filmagentur Ekkomed wurden für Nolans Film rund 25 Millionen Euro in Griechenland ausgegeben. Der Staat beteiligte sich mit 6,5 Millionen Euro. Generell können Produktionen laut Bericht bis zu 40 Prozent ihrer im Land entstandenen Ausgaben erstattet bekommen – unabhängig davon, ob es sich um einen Hollywood-Blockbuster oder eine deutsche TV-Produktion handelt.
- „Odyssee“: teils gedreht rund um Pylos
- Geschätzte Gesamtkosten des Films: 250 Millionen Euro
- Ausgaben in Griechenland: etwa 25 Millionen Euro
- Staatliche Beteiligung: 6,5 Millionen Euro
Hoffnung auf mehr als nur Drehtage
In Griechenland wird die Förderung auch als Investition mit Nebeneffekten verstanden. Der Bürgermeister von Pylos, Panagiotis Karvelas, erwartet, dass die Bilder im Kino weltweit Interesse an der Region wecken und später Besucher anziehen. Kritik kommt nur vereinzelt: Die rechtsextreme Partei Niki hält die staatliche Unterstützung für zu hoch und attackiert Nolans Umgang mit griechischer Geschichte. Insgesamt aber zeigt der Trend klar nach oben: Die griechische Filmindustrie profitiert spürbar davon, dass das Land sich als Produktionsstandort offensiv positioniert.