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Politik16. Juli 2026, 19:01 Uhr · von Redaktion

Golfstaaten zittern vor Krieg

In Kuwait, Bahrain und Jordanien gibt es erneut Angriffe auf US-Stützpunkte. Die Golfstaaten fürchten, dass die Attacken aus Iran in eine noch größere Eskalation münden könnten.

Golfstaaten zittern vor Krieg

Die Sorge wächst: In Kuwait, Bahrain und Jordanien sind in den vergangenen Nächten erneut Ziele rund um US-Militärbasen attackiert worden. In Bahrain und Kuwait heulten wieder die Sirenen, Jordanien meldete Beschuss mit ballistischen Raketen. Wie groß die Schäden tatsächlich sind, dazu geben sich die Behörden in den Golfstaaten bislang zurückhaltend.

Teheran stellt nach Angaben aus der Region klar, die Angriffe richteten sich gegen US-Einrichtungen und nicht gegen die arabischen Nachbarländer. Gleichzeitig bleibt die Lage heikel: Während die iranischen Attacken offenbar auf ähnlichem Niveau weitergehen, folgen auch US-Angriffe in Iran immer schneller aufeinander. Damit steht für viele in der Region die Frage im Raum, ob die aktuelle Lage wieder abflaut oder der Beginn deutlich größerer Kampfhandlungen ist.

Erinnerung an den Ausnahmezustand im März

Die Nervosität ist auch deshalb so groß, weil die Region schon im März massiv erschüttert wurde. Damals kam es in Iran, Israel und in zehn arabischen Staaten zu Toten und Verletzten. Der Flugverkehr war über weite Strecken unterbrochen, viele Ausländer wurden eilig außer Landes gebracht. Diese Erinnerung sitzt in den Golfstaaten tief.

Besonders kritisch ist die Lage auf dem Wasser. Die Straße von Hormus bleibt für die Golfstaaten und für die Weltwirtschaft von enormer Bedeutung, weil dort Öl und Gas transportiert werden. Vor Kriegsbeginn passierten täglich mehr als 120 Frachtschiffe und Öltanker die Meerenge. In den vergangenen Tagen waren es laut spezialisierten Informationsplattformen oft nur noch rund ein Dutzend.

Katar zwischen Trauer und Krisendiplomatie

Auch Katar war zuletzt von Angriffen betroffen. Ende der vergangenen Woche wurden dort bei einem Einschlag von Trümmerteilen drei Menschen verletzt. Seither ist es im Emirat ruhig. Gleichzeitig steht das Land unter dem Eindruck der Staatstrauer für den gestorbenen früheren Emir Sheikh Hamad, der von 1995 bis 2013 regierte und als prägende Figur des modernen Katar gilt.

  • Angriffe zuletzt auch auf Katar
  • Drei Verletzte durch herabfallende Trümmerteile
  • Zahlreiche internationale Gäste in Doha

Zur Trauerfeier reisten Politiker aus vielen Ländern an, darunter auch Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Ebenfalls in Doha: Irans Außenminister Abbas Araghtschi. Offiziell ging es um Beileidsbekundungen - doch angesichts der angespannten Lage dürfte auch der Krieg in der Region Thema gewesen sein.