Goldener Leopard für Rumänien
Beim 79. Filmfestival von Locarno hat der rumänische Film „You Don't Belong Here“ den Goldenen Leoparden gewonnen. Schweizer Jubel gab es trotzdem: Petra Volpe holte mit „Frank & Louis“ den Publikumspreis.

Das 79. Filmfestival Locarno hat seinen Hauptpreis an Rumänien vergeben: „You Don't Belong Here“ von Florin Șerban wurde mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet. Der Film erzählt von einem verwitweten Vater und seinem jugendlichen Sohn, dessen nächtliche Randale das Leben der beiden eskalieren lässt, als die Polizei ins Spiel kommt. Für Șerban ist der Erfolg besonders bemerkenswert, weil er nach acht Jahren zum Spielfilm zurückgekehrt ist.
Der mit 75'000 Franken dotierte Preis blieb nicht die einzige Auszeichnung für das Drama. Hauptdarsteller Teodor Butănescu erhielt eine lobende Erwähnung, dazu kamen der Preis der Jugendjury und das Europa Cinemas Label. Die Jury würdigte den Film laut Festival für die Stärke des Drehbuchs, die eigenständige Handschrift und die sichere filmische Umsetzung.
Weitere Gewinner in Locarno
Auch andere bekannte Namen konnten in Locarno abräumen. Der Preis für die beste Regie ging an den südkoreanischen Filmemacher Hong Sangsoo für „Nowhere to Lay My Eyes“. Für ihn ist Locarno kein neues Terrain: Bereits 2015 hatte er hier den Goldenen Leoparden gewonnen. Schauspielerin Kim Min-hee wurde für ihre Rolle in diesem Film ebenfalls ausgezeichnet.
- Beste Regie: Hong Sangsoo für „Nowhere to Lay My Eyes“
- Schauspielpreis: Kim Min-hee
- Schauspielpreis: Monica Bellucci für „Ketticè“
Den zweiten Darstellerpreis holte Monica Bellucci. In Giovanni Tortoricis Coming-of-Age-Film „Ketticè“ spielt sie die Mutter der Hauptfigur. Der Film blickt auf Jugendliche in Palermo, die mit Partys, Kiffen und Facebook-Chats ihrem tristen Alltag entkommen wollen.
Schweizer Filme fast ohne Trophäen
Für die Schweizer Produktionen lief es in den internationalen Wettbewerben insgesamt eher enttäuschend. Weder „O Jacaré“ von Basil Da Cunha noch „Small Talk“ von Mateo Ybarra konnten Preise holen. Eine Ausnahme gab es mit der Schweizer Minderheitsproduktion „Ãsheghetam“, die den Preis der Jugendjury für den besten Autoren-Kurzfilm gewann. Für einen versöhnlichen Schweizer Abschluss sorgte dann aber Petra Volpe: Ihre englischsprachige Produktion „Frank & Louis“ wurde mit dem Publikumspreis ausgezeichnet.