Godzilla kehrt düster zurück
Mit „Godzilla Minus Zero“ kommt die Fortsetzung von „Godzilla Minus One“ ins Kino. Der neue japanische Monsterfilm knüpft an das Nachkriegsdrama an und verbindet Kaiju-Action erneut mit Hiroshima-Trauma und Atomangst.

Foto: Tōhō / Wikimedia Commons, Public domain
Godzilla ist längst mehr als nur ein gigantisches Filmmonster. Seit seinem ersten Auftritt 1954 steht die Kreatur in Japan auch für die Angst vor atomarer Vernichtung. Genau daran knüpft nun „Godzilla Minus Zero“ an, die Fortsetzung des preisgekrönten „Godzilla Minus One“.
Die Figur entstand in einer Zeit, in der die Folgen von Hiroshima und Nagasaki das Land noch unmittelbar prägten. Dazu kam die Zündung einer Wasserstoffbombe am Bikini-Atoll im selben Jahr. Selbst ein japanisches Fischerboot war radioaktivem Niederschlag ausgesetzt – die Verunsicherung in der Bevölkerung war groß. Regisseur Ishirō Honda verstand Godzilla damals ausdrücklich als Warnung vor Atomwaffen.
Zurück zu den düsteren Wurzeln
Im Laufe der Jahrzehnte wuchs das Franchise auf 38 Filme an, darunter 35 japanische Produktionen und 5 aus Hollywood. Viele davon setzten vor allem auf Monsterspektakel. „Godzilla Minus One“ aus dem Jahr 2023 schlug aber wieder einen ernsteren Ton an: Im Mittelpunkt stand der ehemalige Kamikaze-Pilot Kōichi Shikishima, gespielt von Ryunosuke Kamiki, der unter Kriegsfolgen und Traumata leidet.
- Godzilla als Symbol atomarer Angst
- Nachkriegsjapan als zentrales Setting
- Oscar für die besten Spezialeffekte
Der neue Film setzt zwei Jahre nach den Ereignissen des Vorgängers ein. Diesmal verwüstet das fliegende Monster Ghidorah die Stadt Matsumoto. Shikishima und die anderen bekannten Retter müssen erneut eingreifen. Erste Pläne zur Vernichtung der Bedrohung scheitern – bis Godzilla selbst aus den Tiefen des Meeres zurückkehrt.
Menschen im Zentrum des Monsterspektakels
Wie schon im Vorgänger stehen nicht nur die Zerstörung und die Effekte im Fokus, sondern auch die Figuren. Besonders auffällig ist der Biologie-Professor Kanji Murakami, gespielt von Min Tanaka. Er hat Hiroshima überlebt, ist schwer traumatisiert und träumt davon, sich mit Hilfe Godzillas an den USA zu rächen. Damit bleibt die Reihe auch in ihrer neuesten Form ein Monsterkino mit politischem Unterton.
Quelle: SRF