Gisin nicht allein mit Rücktritt
Michelle Gisin hat rund elf Monate nach ihrem schweren Sturz in St. Moritz ihre Karriere beendet. Der Fall der 32-Jährigen reiht sich in eine lange Liste von Skistars ein, deren Laufbahn nach schweren Unfällen abrupt endete.

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Michelle Gisin zieht einen harten Schlussstrich: Rund elf Monate nach ihrem schweren Sturz in St. Moritz hat die Schweizerin ihren Rücktritt bekanntgegeben. Die 32-Jährige erklärte, sie könne sich nicht mehr vorstellen, noch einmal ihr volles Leistungsniveau zu erreichen. Für sie sei deshalb der Moment gekommen, aufzuhören.
Ganz überraschend ist dieser Schritt im Skisport nicht. Schwere Verletzungen gehören für viele Athletinnen und Athleten fast schon zur Karriere dazu. Doch manche Stürze verändern alles: Sie ziehen nicht nur lange Pausen nach sich, sondern beenden eine Laufbahn endgültig. Genau in diese Reihe ordnet sich nun auch Gisin ein.
Schwere Stürze, harte Folgen
Zu den bekanntesten Schweizer Beispielen zählt Silvano Beltrametti. Am 8. Dezember 2001 war der damals 22-Jährige in der Abfahrt von Val-d'Isère auf bestem Weg zu einem Spitzenresultat. Mit mehr als 100 km/h verlor er nach einer Kurve die Kontrolle, durchschlug die Sicherheitsnetze und prallte heftig auf Hindernisse am Pistenrand. Die Verletzungen waren dramatisch: Sein Rückenmark wurde zwischen dem sechsten und siebten Brustwirbel durchtrennt, seither ist Beltrametti querschnittgelähmt.
Der Unfall löste damals eine Debatte über die Sicherheit im Skisport aus. In der Folge wurden blaue Linien eingeführt, damit Athleten das Gelände besser lesen können. Beltrametti selbst ging offen mit seinem Schicksal um und wurde damit für viele Menschen mit Lähmungen zu einer wichtigen Bezugsperson. Heute führt er mit seiner Frau ein Hotel in Lenzerheide.
Auch Collombin steht für ein abruptes Ende
Ein weiteres prominentes Beispiel ist Roland Collombin. Der Walliser galt als Draufgänger, gewann 1972 Olympia-Silber in der Abfahrt und feierte insgesamt acht Weltcupsiege, darunter in Wengen und Kitzbühel. Seine Karriere schien steil nach oben zu gehen – bis ein Sturz am 8. Dezember 1974 alles veränderte.
- Michelle Gisin: Rücktritt nach Sturz in St. Moritz
- Silvano Beltrametti: schwere Verletzung in Val-d'Isère 2001
- Roland Collombin: Karriereknick nach Sturz 1974
Gisins Abschied zeigt damit einmal mehr: Im alpinen Skisport liegen Erfolg und plötzlicher Stillstand oft erschreckend nah beieinander.
Quelle: aargauerzeitung