JETZT LIVE
Politik16. Juli 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Geheimes Treffen in Baku

Ehemalige deutsche Spitzenpolitiker wie Matthias Platzeck und Ronald Pofalla haben sich in Baku erneut mit russischen Putin-Vertrauten getroffen. Offiziell ist der Petersburger Dialog beendet, doch die Kontakte laufen offenbar weiter.

Geheimes Treffen in Baku

Obwohl der „Petersburger Dialog“ auf deutscher Seite offiziell beendet wurde, gibt es offenbar weiter geheime Gespräche mit Russland. Nach Recherchen von ARD-Magazin Kontraste und Die Zeit trafen sich in Baku erneut mehrere deutsche Ex-Politiker mit hochrangigen Vertretern aus Putins Umfeld.

Ex-Politiker auf geheimer Mission

Zu der deutschen Gruppe gehörten laut Bericht Matthias Platzeck, früherer SPD-Chef und ehemaliger brandenburgischer Ministerpräsident, sowie Ronald Pofalla, CDU-Politiker und einst Kanzleramtschef. Ebenfalls dabei war der frühere Schweizer Botschafter in Berlin, Tim Guldimann. Das Trio war demnach am Sonntagabend per Direktflug aus Berlin in die aserbaidschanische Hauptstadt gereist.

Die Runde soll sich dort nicht zum ersten Mal getroffen haben. Bereits seit 2024 komme die sogenannte „Baku-Connection“ regelmäßig in Aserbaidschan mit russischen Abgesandten zusammen. Nur im November 2025 sei als Ausweichort Abu Dhabi genutzt worden. Am Montagvormittag sollte der deutsch-russische Schattengipfel laut Bericht in einem Luxushotel beginnen.

Russische Delegation mit Hardlinern

Zur russischen Seite zählten unter anderem der frühere Ministerpräsident Viktor Subkow, heute Aufsichtsratschef von Gazprom, sowie Alexey Gromyko vom Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften. Auch Waleri Fadejew war dabei, Vorsitzender des russischen Menschenrechtsrates, gegen den wegen Kriegspropaganda und Desinformation ein EU-Einreiseverbot besteht.

  • deutsche Teilnehmer: Platzeck, Pofalla, Guldimann
  • russische Teilnehmer: Subkow, Gromyko, Fadejew
  • Treffpunkt: Baku in Aserbaidschan

Die Russland-Expertin Sarah Pagung hält diskrete Gesprächskanäle nach Moskau zwar grundsätzlich nicht für falsch. Die Auswahl der Gesprächspartner bewertet sie jedoch kritisch. Einfluss auf die russische Politik sei mit solchen Personen aus ihrer Sicht kaum zu erwarten. Offen bleibt damit vor allem eine Frage: Warum laufen diese Kontakte weiter – und was weiß die Bundesregierung darüber?