Garrett zündet Salem an
David Garrett hat bei seinem Open Air auf Schloss Salem Tausende begeistert. Auf der Millennium Symphony Tour gab es viel Pop, große Effekte und nur kurze Ausflüge in die Klassik.

David Garrett hat auf Schloss Salem ein Open Air mit viel Energie, Show und bekannten Melodien geliefert. Trotz paralleler Festmusik vom nur knapp zwei Kilometer entfernten Schlossseefest zog der Geiger Tausende Besucher an und präsentierte seine Millennium Symphony Tour bei besten Wetterbedingungen vor gut gefüllten Rängen.
Der 45-Jährige, der schon als Teenager eine Stradivari bekam, war auf der Bühne ständig in Bewegung. Er lief und sprang zwischen dem Bohemian Symphony Orchestra Prague und seinen Solisten hin und her und wirkte dabei auffallend locker. Laut Garrett steckt hinter der Leichtigkeit allerdings vor allem viel Training und Konzentration.
Viel Pop, wenig klassische Kost
Wer auf einen Abend voller Mozart, Paganini, Bach oder Beethoven gehofft hatte, bekam davon nur begrenzt etwas. Zwar fiel auch ein kurzer Blick auf Beethovens Fünfte, insgesamt setzte Garrett aber vor allem auf neu arrangierte Popstücke. Das Publikum konnte bei Songs von Rihanna, Ed Sheeran oder Michael Jackson mitklatschen, teils sogar mitsingen.
- Zwei Gänge durch die Zuschauerreihen sorgten für besonders viel Jubel
- Gitarrist Franck van der Heijden stand Garrett während des Abends zur Seite
- Die Show arbeitete mit Feuer, Rauch und auffälligen Bühneneffekten
Flammen, Fontänen und ein kleiner Zwischenfall
Auch optisch fuhr das Konzert einiges auf: Bei „Mein Herz brennt“ schossen Flammen aus der Bühne, zu „Take Me to Church“ schwebte eine kleine Glocke herab, später stiegen fontänenartige Effekte in die Luft. Zwischendurch spielte Garrett sogar auf einer Geige stehend auf einem schwarzen Flügel. In seinen kurzen Ansagen zeigte er sich nahbar – etwa als er mitten im Lied versuchte, ein Insekt an seinem Bein loszuwerden und anschließend scherzhaft um Salbe bat.
Dass am selben Tag auch das Schlossseefest stattfand, war laut Bericht auf einen Kommunikationsfehler zwischen Schlossverwaltung und dem Konzertveranstalter Allgäu Concerts zurückzuführen. Offenbar wurde deshalb organisatorisch nachgesteuert: Das Feuerwerk des Festes begann erst rund 45 Minuten nach Konzertende – so konnten viele Besucher nach Garretts Auftritt offenbar auch den Höhepunkt der Nachbarveranstaltung noch mitnehmen.
Foto: schwaebische