Friedensgespräche in Oslo: Bewegung im Ukraine-Konflikt
US-Unterhändler Steve Witkoff trifft sich in Oslo mit dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj zu Friedensverhandlungen. Danach reist er weiter nach Moskau, um Präsident Putin zu treffen. Europa soll künftig eine zentralere Rolle in den Verhandlungen spielen.

Foto: teteria sonnna from Obukhiv, Ukraine / Wikimedia Commons, CC BY 2.0
Diplomatische Offensive in Norwegen
In der festgefahrenen Friedensfrage zur Ukraine deutet sich eine neue Dynamik an. US-Präsident Trumps Unterhändler Steve Witkoff war Gast bei Gesprächen in Oslo, wo er mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zusammenkam. Gastgeber waren Norwegens Regierungschef Jonas Gahr Störe und Finnlands Präsident Alexander Stubb. Bemerkenswert: Neben den Vor-Ort-Teilnehmern waren auch Vertreter aus Deutschland, der EU und der NATO per Videokonferenz zugeschalten – ein Signal für stärkeres europäisches Engagement in einem Konflikt, der den Kontinent unmittelbar betrifft.
Bei den Gesprächen ging es um zentrale Punkte:
- Sicherheitsgarantien für die Ukraine
- Territoriale Fragen
- Sanktionsfragen
- Europäische Sicherheit nach Kriegsende
Selenskyj: Bereit zum Verhandeln – aber nicht zum Verlieren
Nach dem Treffen signalisierte Selenskyj Gesprächsbereitschaft: "Wir sind bereit für Verhandlungen", erklärte der ukrainische Präsident. Gleichzeitig machte er klar, worum es geht – nicht um Sieg oder Niederlage, sondern um Menschenleben: "Wir verlieren den Krieg nicht, aber wir verlieren Menschenleben. Und weil Russland angreift, verlieren wir Menschenleben und Zeit."
Das Treffen ist Teil von Trumps diplomatischen Offensive, die stark auf eine Annäherung mit Moskau setzt. Bereits am Mittwoch soll Witkoff Russlands Präsident Wladimir Putin in Moskau treffen – unterstützt per Videoschaltung durch US-Unterhändler Jared Kushner. US-Regierungskreise sprechen von "bedeutenden Fortschritten" und neuen Vorschlägen der Ukraine, die in Oslo ausführlich erörtert wurden.
Trumps eigene Aussagen zum Kriegsverlauf sind allerdings umstritten. Der US-Präsident behauptete, Russland rücke "wie eine große Maschine" unaufhaltsam vor – eine Einschätzung, die den tatsächlichen Frontbewegungen der vergangenen Monate widerspricht, wo sich die Linien trotz schwerer Kämpfe wenig verschoben haben. Gleichzeitig erhöht Trump den Druck auf Kiew: Die Ukraine müsse diesen Krieg beenden wollen.
Das Ziel Witkoffs in Moskau: Den Weg für direkte Dreiergespräche zwischen Kiew, Moskau und Washington ebnen. Trump zeigt sich zudem offen für noch größere Formate – ein mögliches Treffen mit Putin und Chinas Staatschef Xi Jinping, um über Atomwaffen und nukleare Abrüstung zu sprechen.
Quelle: ORF