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Politik11. Juli 2026, 07:01 Uhr · von Redaktion

Frankreich rüstet sich gegen Hitze

Frankreich steht vor dem Höhepunkt der dritten Hitzewelle des Jahres. Die Regierung aktiviert einen neuen Zivilschutzplan, während bis zu 41 Grad und rote Warnstufen für Millionen Menschen erwartet werden.

Frankreich rüstet sich gegen Hitze

Frankreich bereitet sich auf die nächste Zuspitzung der extremen Sommerhitze vor. Nach Angaben von Météo-France erreicht das Land gerade den Höhepunkt der dritten Hitzewelle des Jahres. Für Sonntag werden in vielen Regionen erneut Temperaturen zwischen 38 und 40 Grad erwartet, örtlich sogar bis zu 41 Grad. Schon am Samstag gilt in einem Viertel der Départements wieder die höchste Warnstufe Rot.

Neuer Schutz für besonders Gefährdete

Die Regierung in Paris hat nach einer Krisensitzung mit dem Premierminister einen neuen Zivilschutzplan für extreme Hitze aktiviert. Im Mittelpunkt stehen vor allem Menschen, die den Temperaturen besonders schutzlos ausgesetzt sind: ältere, pflegebedürftige und alleinlebende Personen sowie Obdachlose. Hintergrund ist die Entwicklung während der Hitzewelle Ende Juni, als die Sterblichkeit in diesen Gruppen laut Regierung um etwa 90 Prozent anstieg.

  • Rote Warnstufe in einem Viertel der Départements
  • Rund 22 Millionen Menschen betroffen
  • Gekühlte Schutzorte in den Kommunen vorgesehen

Nach dem Plan sollen gefährdete Menschen aus überhitzten Wohnungen an kühlere Orte gebracht werden. Dafür seien unter anderem spezielle Betten, Notfallsets und eigene Sanitäranlagen vorgesehen. Noch offen ist allerdings, wer die Betreuung konkret organisiert und ob die Unterbringung verpflichtend werden kann. Politisch steht die Regierung dabei unter Druck: Die Opposition hatte ihr vorgeworfen, auf die bisherigen Hitzewellen zu spät reagiert zu haben.

Lehren aus 2003 und neue Brandgefahr

Die französischen Hitzewarnstufen gehen auf die Erfahrungen des Extremsommers 2003 zurück, als etwa 15.000 Menschen infolge der Hitze starben. Auch in diesem Jahr sind die Folgen bereits deutlich spürbar: Auf dem Höhepunkt der zweiten Hitzewelle in der letzten Juniwoche lag die Zahl der Hitzetoten schon bei mehr als 2.000.

Parallel verschärft die Trockenheit auch die Lage bei den Waldbränden. Laut Zivilschutz ist es seit Jahresbeginn bereits rund 8.000 Mal zu Feuern gekommen. Mehr als 25.000 Hektar Fläche wurden dabei zerstört – etwa doppelt so viel wie zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr. Die extreme Hitze bleibt für Frankreich damit nicht nur eine Belastung im Alltag, sondern zunehmend auch eine landesweite Krisenlage.