JETZT LIVE
Musik & Film5. August 2026, 13:01 Uhr · von Redaktion

Florian Ast rettete «Sex» knapp

Florian Ast hat erzählt, dass sein Mundart-Hit «Sex» 2000 fast gestrichen worden wäre. Am Ende wurde der Song doch aufgenommen, lief 15 Wochen in den Charts und das Album «Spitz» holte Platin.

Florian Ast rettete «Sex» knapp

Kaum ein Festzelt-Hit ist in der Schweiz so hartnäckig geblieben wie «Sex» von Florian Ast. Jetzt hat der Berner im Gespräch mit SRF verraten, dass der Song im Jahr 2000 beinahe nie erschienen wäre. Ausgerechnet der Titel, der später zum Dauerbrenner wurde, stand intern zeitweise auf der Kippe.

Die Idee kam auf dem Balkon

Für sein drittes Album «Spitz» wollte Ast damals bewusst auffallen. Die Tracklist war laut SRF zwar schon weitgehend abgesegnet, mit Songs wie «Härzchlopfe», «Blueme» und dem späteren Klassiker «Ängu». Doch Ast hatte das Gefühl, dass noch der eine Song fehlte, der die Platte wirklich nach vorne bringen könnte.

Die Initialzündung kam in einer gemieteten Villa in Rapperswil-Jona, wo das Album entstand. Ast griff auf dem Balkon zur Gitarre, blickte auf die Strasse und sang spontan die spätere Hook. Die Reaktion unten fiel eher ablehnend aus, Produzent David Bronner dagegen war sofort überzeugt und schickte den Sänger direkt zurück ans Schreiben.

Labelchef wollte den Song stoppen

Während der Refrain schnell stand, tat sich Ast mit den Strophen schwer. Die entscheidende Idee kam ihm bei einem Telefonat mit einer Freundin: Statt kompliziert zu formulieren, sollte er einfach die Namen seiner Kolleginnen einbauen. Vor der Veröffentlichung habe er dafür ihr Einverständnis eingeholt, so Ast.

Beim Label kam der Song zunächst aber gar nicht gut an. Der damalige Chef Bruno Huber wollte das Stück laut Ast nicht finanzieren. Erst ein Kompromiss machte die Aufnahme möglich: Wenn nach der Albumproduktion noch Budget übrig wäre, dürfe der Track umgesetzt werden. Genau das passierte – und der Song startete durch.

  • 15 Wochen in den Charts für die Single «Sex»
  • Über ein Jahr hielt sich das Album «Spitz» in der Hitparade
  • Am Ende gab es Platin für mehr als 50'000 verkaufte Exemplare

Ganz unverändert singt Ast den Hit heute allerdings nicht mehr. Eine Textstelle hat er angepasst, weil sie für ihn nicht mehr in die Zeit passt. Trotzdem bleibt «Sex» mit wenigen Ausnahmen ein fester Teil seines Live-Programms – und damit ein Song, der fast im Papierkorb gelandet wäre.

Foto: Wikimedia Commons / Haeferl, CC BY-SA 4.0