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Politik24. Juli 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Flammen-Drama an Frankreichs Küste

An der Atlantikküste in Frankreich sind wegen schwerer Waldbrände bereits mehr als 65.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Besonders betroffen sind die Regionen um Arcachon und südlich von Bordeaux.

Flammen-Drama an Frankreichs Küste

Die schweren Waldbrände an der französischen Atlantikküste zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Nach Angaben der Behörden mussten bislang mehr als 65.000 Menschen ihre Häuser, Campingplätze oder Urlaubsunterkünfte verlassen. Besonders angespannt ist die Lage am Becken von Arcachon bei Bordeaux, wo allein rund 44.000 Menschen evakuiert wurden. Um die Menschen aus der Gefahrenzone zu bringen, kamen inzwischen auch Schiffe zum Einsatz.

Dort hat sich eines der beiden großen Feuer auf 12.500 Hektar ausgebreitet – fast so viel Fläche wie Paris. Mehr als 50 Gebäude und ein Campingplatz wurden bereits zerstört. Verletzt wurde nach bisherigem Stand niemand aus der Bevölkerung, allerdings erlitten 42 Feuerwehrleute Verletzungen. Rund 1.500 Einsatzkräfte kämpfen mit Unterstützung zahlreicher Löschflugzeuge gegen die Flammen.

Zweiter Brand südlich von Bordeaux

Auch südlich von Bordeaux in der Gegend um Biscarosse sorgt ein weiterer Großbrand für massive Probleme. Auslöser war laut Innenminister Laurent Nuñez vermutlich ein Lieferwagen, der wegen eines technischen Defekts Feuer fing. Das Feuer griff dann rasch auf die umliegende Natur über. Inzwischen sind dort 2.500 Hektar betroffen, 100 Häuser wurden beschädigt.

  • 23.000 Menschen wurden in der Region Biscarosse evakuiert
  • Vor allem Campingplätze und Ferienunterkünfte sind betroffen
  • 700 Feuerwehrleute sind dort im Einsatz

Besonders für Urlauber ist die Lage unübersichtlich. Tausende Touristen aus der beliebten Ferienregion um Bordeaux, Arcachon und Biscarosse wissen noch nicht, wann sie in ihre Unterkünfte zurückkehren können. Viele kamen zunächst in Notunterkünften oder in Ausweichquartieren benachbarter Urlaubsorte unter. In Bordeaux wurde zusätzlich eine Messehalle geöffnet, um evakuierte Touristen unterzubringen. Die Gendarmerie organisiert die Räumungen und sichert verlassene Campingplätze und Ferienanlagen.

Hitze und Wind verschärfen die Lage

Die Aussichten bleiben schwierig: In der Region werden erneut Temperaturen von bis zu 39 Grad erwartet, dazu kommt wechselhafter Wind. Frankreich hat deshalb Hilfe über den EU-Hilfsmechanismus angefordert. Präsident Emmanuel Macron kündigte unter anderem Löschflugzeuge aus Kroatien sowie Hubschrauber aus Tschechien und der Slowakei an. Außerdem soll kurzfristig ein Militärtransporter vom Typ Airbus A400M für Löscheinsätze umgerüstet werden. Insgesamt ist Frankreich in diesem Jahr besonders stark von Waldbränden betroffen: Laut Nuñez verbrannten bereits 50.000 Hektar – dreimal so viel wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Foto: Wikimedia Commons / Photo Claude TRUONG-NGOC, CC BY-SA 3.0