Filmlegende Rappeneau ist tot
Der französische Regisseur Jean-Paul Rappeneau ist im Alter von 94 Jahren gestorben. International bekannt wurde er vor allem mit „Cyrano von Bergerac“, der 1990 zehn Cesars gewann.

Foto: ManoSolo13241324 / Wikimedia Commons, CC BY-SA 4.0
Der französische Regisseur Jean-Paul Rappeneau ist tot. Wie französische Medien unter Berufung auf seine Familie berichten, starb der Filmemacher im Alter von 94 Jahren. Obwohl seine Regiearbeit über fünf Jahrzehnte nur acht Filme umfasste, gilt er als feste Größe der Filmgeschichte.
Geboren wurde Rappeneau am 8. April 1932 in Auxerre. Die Erlebnisse seiner Kindheit während des Zweiten Weltkriegs und der deutschen Besatzung hinterließen deutliche Spuren. Künstlerisch orientierte er sich zunächst stark am amerikanischen Kino und bewunderte unter anderem Orson Welles, Cecil B. DeMille und die schnellen Komödien aus Hollywood.
Vom Drehbuch zur Regie
Ab 1955 arbeitete Rappeneau als Regieassistent und Drehbuchautor. Er war an Produktionen von Louis Malle und Philippe de Broca beteiligt und schrieb auch am Drehbuch von „Abenteuer in Rio“ mit. Sein Debüt als Regisseur folgte 1966 mit „Leben im Schloß“, einer Komödie mit Catherine Deneuve und Philippe Noiret über Besatzung und Widerstand in Frankreich.
- 1966: „Leben im Schloß“
- 1982: „Feuer und Flamme“
- 1990: „Cyrano von Bergerac“
- 1995: „Der Husar auf dem Dach“
Großer Erfolg mit Historienstoffen
Zu Rappeneaus Filmen zählen auch „Musketier mit Hieb und Stich“ mit Jean-Paul Belmondo und Marlene Jobert sowie „Die schönen Wilden“ mit Yves Montand und Catherine Deneuve. 1982 drehte er „Feuer und Flamme“ mit Montand und Isabelle Adjani. Seinen größten internationalen Triumph feierte er aber 1990 mit „Cyrano von Bergerac“, in dem Gerard Depardieu die Hauptrolle spielte.
Die Verfilmung des Versdramas von Edmond Rostand wurde mit zehn Cesars ausgezeichnet, darunter als bester Film und für die beste Regie. Fünf Jahre später legte Rappeneau mit „Der Husar auf dem Dach“ nach, einem aufwendigen Historienfilm mit Juliette Binoche und Olivier Martinez in den Hauptrollen. Nun ist einer der großen französischen Regisseure des Kinos verstummt.
Quelle: ORF