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Musik & Film21. Juli 2026, 09:01 Uhr · von Redaktion

Filmbranche hofft auf Booster

Die Bundesregierung will den Filmstandort Deutschland mit mehr Förderung und einer Investitionspflicht für Streamingdienste stärken. Künftig sollen Anbieter mindestens 8 Prozent ihres Umsatzes hierzulande reinvestieren.

Filmbranche hofft auf Booster

Für die deutsche Filmbranche hellt sich die Lage wieder auf. Nach Corona, stark gestiegenen Kosten und einer längeren Flaute durch Streiks in den USA wird wieder mehr für Kino, Streaming und Fernsehen produziert. Rückenwind kommt nun auch aus Berlin: Die Bundesregierung plant neue Regeln, die den Standort Deutschland gezielt stärken sollen.

Mehr Geld, mehr Druck auf Streamingdienste

Ein zentrales Signal ist die Verdoppelung der Filmförderung auf 250 Millionen Euro in diesem Jahr. Bei einem Sommerfest der Produzentinnen und Produzenten in Berlin wurde das als längst fälliger Schritt gewertet. Zusätzlich soll ein neues Gesetz dafür sorgen, dass noch mehr Mittel in die Branche fließen.

Gemeint ist das Mediendienste-Investitionsverpflichtungs-Gesetz. Es sieht vor, dass Streamingdienste und TV-Sender künftig mindestens acht Prozent ihres Jahresumsatzes in den Filmstandort Deutschland investieren müssen. Wer das nicht tut, soll keinen Zugang zum deutschen Markt bekommen. Für viele deutsche Sender wäre das kaum ein Einschnitt, weil sie schon jetzt überwiegend im Inland produzieren.

  • Filmförderung 2026: 250 Millionen Euro
  • Geplante Investitionsquote: 8 Prozent des Jahresumsatzes
  • Mögliches Inkrafttreten: 2027

Deutschland soll als Drehort attraktiver werden

Vor allem die großen internationalen Plattformen müssten umdenken. Bislang investieren sie ihre Einnahmen aus Deutschland hier kaum wieder und produzieren oft dort, wo Kosten und Förderbedingungen günstiger sind. Künftig sollen also mehr Drehs, Schnitt und Vertonung in Deutschland stattfinden statt etwa in Osteuropa.

Wolfram Weimer, der zuständige Kulturstaatsminister, rechnet damit, dass das Gesetz 2027 in Kraft treten könnte. Er geht sogar davon aus, dass Investitionen schon vorher anlaufen, weil Ausgaben aus diesem Jahr ausnahmsweise auf die künftige Pflicht angerechnet werden können. Das Ziel ist klar: mehr Produktionen, mehr Jobs und mehr erfolgreiche Filme aus Deutschland.

Foto: Wikimedia Commons / blu-news.org, CC BY-SA 2.0