Feuerdrama spitzt sich zu
In Frankreich und Spanien kämpfen Einsatzkräfte weiter gegen schwere Waldbrände. Besonders im Südwesten Frankreichs nahe Bordeaux bleibt die Lage heikel, während Behörden vor einer neuen Hitzewelle warnen.

Die schweren Waldbrände in Südeuropa halten die Einsatzkräfte weiter in Atem. Vor allem in Frankreich und Spanien gibt es zwar erste Anzeichen einer leichten Entspannung, von Entwarnung kann aber keine Rede sein. Die größte Sorge: In den kommenden Tagen könnte neue Hitze die Lage erneut verschärfen. Auch aus Italien werden inzwischen weitere Feuer gemeldet.
Brennpunkt nahe Bordeaux
Im Südwesten Frankreichs richtet sich der Blick weiter auf die Region Gironde. Dort brennt es nördlich der Bucht von Arcachon in einem Ausmaß, das laut Bericht aus Paris selbst für Frankreich außergewöhnlich ist. Mehr als 200.000 Menschen mussten bereits ihre Häuser verlassen. Das Feuer liegt derzeit nur noch rund 15 Kilometer vom Zentrum von Bordeaux entfernt. Eine Räumung der Stadt ist nach Angaben der Regierung bislang aber nicht vorgesehen.
Die Behörden sprechen zwar von einer insgesamt stabileren Nacht, doch unter Kontrolle ist der Großbrand nicht. Innenminister Laurent Nunez machte deutlich, dass sich die Flammen zwar vorerst nicht weiter ausgebreitet hätten, der Brand aber weiter wüte. Im Einsatz sind derzeit:
- 2.500 Feuerwehrleute
- 18 Löschflugzeuge
- 1.500 Soldaten
Neue Hitze macht den Behörden Sorgen
Besonders kritisch sind laut Behörden die Wetterprognosen. Schon ab Dienstag wird in der Region eine neue Hitzewelle erwartet, dazu könnten Wind und Trockenheit die Löscharbeiten zusätzlich erschweren. Ein Feuerwehroffizier sagte dem Sender France Info, dass sich der Kampf gegen den Großbrand noch über Wochen oder sogar Monate hinziehen könne. Gleichzeitig versuchen die Behörden, wegen der nahenden Urlaubssaison zusätzliche Besucher aus der Region fernzuhalten. Unter anderem wurden Ferienlager für Kinder und Menschen mit Behinderungen untersagt.
Auch in Spanien bleibt die Lage angespannt. In der Umgebung von Madrid und in der Region Valencia sind Brände weiterhin außer Kontrolle. Westlich von Madrid kamen die Feuer zwar langsamer voran, eine Entwarnung gab es aber auch dort nicht. Unterstützung kommt unterdessen aus Deutschland: Die Bundeswehr schickte zwei Transporthubschrauber sowie ein Transportflugzeug vom Typ A400M mit Material in das betroffene Gebiet.