Feuer rückt auf Bordeaux vor
Im Südwesten Frankreichs geraten die Waldbrände weiter außer Kontrolle. Rund Bordeaux und im Département Landes wurden laut Behörden mehr als 200.000 Menschen evakuiert, die Flammen sind nur noch etwa 30 Kilometer von Bordeaux entfernt.

Die schweren Waldbrände im Südwesten Frankreichs setzen die Region um Bordeaux weiter unter Druck. Nach Angaben von Innenminister Laurent Nuñez mussten im Großraum Bordeaux und im benachbarten Département Landes rund 197.000 Menschen ihre Häuser verlassen. Die Feuerfront liegt nur noch etwa 30 Kilometer von der Großstadt entfernt.
Frankreich reagiert inzwischen mit einem Großaufgebot. Präsident Emmanuel Macron ließ nach Angaben seines Umfelds die Streitkräfte mobilisieren, um den Zivilschutz so stark wie möglich zu unterstützen. Premierminister Sébastien Lecornu berief einen interministeriellen Krisenstab ein und kündigte den Einsatz von insgesamt 1.000 Soldaten an. Der Kampf gegen die Flammen in der Gironde dürfte nach Einschätzung der Regierung langwierig und extrem schwierig werden.
Militär soll Feuerwehren entlasten
Besonders brisant: Das Feuer hat bereits eine Fläche von 22.000 Hektar zerstört. Lecornu sprach von einem Brand, der sich selbst weiter antreibe und in dieser Stärke bislang nicht bekannt gewesen sei. Zur Unterstützung soll auch ein militärisches Transportflugzeug vom Typ A400M eingesetzt werden. Das Flugzeug ist testweise mit einem System ausgerüstet, das 20 Tonnen Löschmittel abwerfen kann.
- 1.000 Soldaten sollen im Einsatz helfen
- 22.000 Hektar Fläche bereits verwüstet
- 1,5 Millionen FFP2-Masken gehen in die Region Gironde
Evakuierungen bis an die Vororte
In und um Bordeaux ist die Lage bereits deutlich spürbar: In der Luft liegt Brandgeruch, Asche fällt vom Himmel. Aus Vorsicht wurden erste Orte nahe der Stadt geräumt. Auch die beliebte Landzunge Cap Ferret musste komplett evakuiert werden. Rund 44.000 Einwohner und Urlauber verließen das Gebiet über die einzige Straßenverbindung Richtung Bordeaux oder per Boot über das Becken von Arcachon. Nach Angaben der Stadtverwaltung kamen mehr als 800 Menschen auf dem Wasserweg in Arcachon an.
Beim Einsatz nahe Cap Ferret wurden außerdem etwa 40 Feuerwehrleute verletzt. Autofahrer wurden aufgefordert, die Straßen in dem Gebiet möglichst zu meiden, damit Rettungskräfte freie Zufahrten haben. Unterdessen untersucht die Staatsanwaltschaft bereits die mögliche Ursache des Feuers. Demnach könnte eine bei Arbeiten an einer Hochspannungsleitung eingesetzte Freischneidemaschine den Brand ausgelöst haben.