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Politik5. Juli 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

Festnahmen vor NATO-Gipfel

Kurz vor dem NATO-Gipfel in Ankara haben türkische Behörden bei Razzien in mehreren Provinzen zahlreiche Menschen festgenommen. Medien und Gewerkschaften sprechen von einem Schlag gegen Kritiker, die Regierung von Terrorermittlungen.

Festnahmen vor NATO-Gipfel

Wenige Tage vor dem NATO-Gipfel am 7. und 8. Juli in Ankara hat die Türkei ihre Sicherheitsmaßnahmen deutlich verschärft. Bei Razzien in mehreren Provinzen wurden laut türkischen Medien und Gewerkschaften zahlreiche Menschen festgenommen. Unter den Betroffenen sollen sich auch Journalisten, Wissenschaftler und Mitglieder linker Gruppierungen befinden.

Razzien in mehreren Provinzen

Die Behörden stellen die Einsätze als Teil von Ermittlungen zur Terrorismusbekämpfung dar. Die staatliche Nachrichtenagentur Anadolu meldete, dass die Polizei in acht Provinzen 39 Verdächtige festgenommen habe. Ziel der Aktion sei demnach der Jugendflügel einer in der Türkei verbotenen linken Gruppe gewesen.

Bei einer weiteren Operation in der westlichen Provinz Kocaeli kamen laut Anadolu noch einmal 28 Festnahmen hinzu. Den Betroffenen werden mutmaßliche Verbindungen zu extremistischen Gruppen vorgeworfen. Außerdem beschlagnahmten die Behörden bei den Durchsuchungen Munition sowie verbotene digitale Materialien.

Kritik von Verbänden

Kritische Stimmen sehen hinter den Maßnahmen jedoch mehr als nur Sicherheitsinteressen. Gegner der Regierung werfen den Behörden vor, mögliche Proteste vor dem Gipfel im Keim ersticken zu wollen. Schon in der vergangenen Woche hatte es im Vorfeld des Treffens Festnahmen gegeben.

  • 39 Festnahmen bei Razzien in acht Provinzen
  • 28 weitere Verdächtige in Kocaeli festgenommen
  • Journalistenverbände fordern die Freilassung festgenommener Medienschaffender

Der türkische Journalistenverband TGC und der Verband progressiver Anwälte CHD verlangten auf X die Freilassung der betroffenen Journalisten. Sie werten die Festnahmen als Eingriff in die Pressefreiheit und als Versuch, oppositionelle Stimmen einzuschüchtern.