JETZT LIVE
Musik & Film31. Juli 2026, 13:01 Uhr · von Redaktion

Farbrausch bei ImPulsTanz

Beim ImPulsTanz in Wien hat die koreanische Choreografin Eun Me Ahn mit ihrem Stück „Post-Orientalist Express“ das Publikum begeistert. Die Österreich-Premiere dauerte mehr als 80 Minuten und setzte auf Farben, Rhythmus und neue Bilder von Asien.

Farbrausch bei ImPulsTanz

Großer Jubel beim ImPulsTanz in Wien: Die koreanische Choreografin Eun Me Ahn hat mit ihrem Stück „Post-Orientalist Express“ einen der angekündigten Höhepunkte des Festivals geliefert. Nach der Vorstellung im Burgtheater zog ein elektrisiertes Publikum in die Wiener Sommernacht weiter – mit dem Eindruck eines Abends, der über mehr als 80 Minuten nahezu pausenlos Energie freisetzte.

Farben, Teller, Trance

Für ihren ersten in Österreich gezeigten Abend setzte Eun Me Ahn auf eine bewusst überbordende Bildsprache. Die Produktion arbeitete mit grellen Farben, einer Mischung verschiedener Tanzstile und einem dichten Rhythmusgeflecht. Besonders auffällig: ein visuelles Spektakel mit rund 500 leuchtenden Asiatellern. Die Choreografin selbst war dabei immer wieder als zentrale Figur auf der Bühne zu sehen.

Ihr Zugriff ist klar: Klischees über Asien sollen nicht bestätigt, sondern spielerisch verdrängt werden. Statt vertrauter westlicher Bilder entwirft die Inszenierung neue Szenen, die aus Bewegung, Freude und Dynamik entstehen. So wird der Blick auf den sogenannten Orientalismus mit Mitteln des Tanztheaters hinterfragt.

Spiel mit Bildern im Kopf

Zum Auftakt tauchte auf einer Leinwand das Gesicht von Peter O’Toole als Lawrence von Arabien auf. Danach entwickelte sich der Abend zu einem opulenten, fernöstlich aufgeladenen Bühnenspektakel. Gerade darin lag die Spannung der Arbeit: Sie setzt bei den fest verankerten Bildern im Kopf an und versucht, diese durch neue, kraftvolle Eindrücke zu verschieben.

  • Festival: ImPulsTanz in Wien
  • Stück: „Post-Orientalist Express“
  • Choreografie: Eun Me Ahn
  • Besonderheit: erste Präsentation ihrer Arbeit in Österreich

Wer die Sache strenger betrachten wollte, hätte sich womöglich eine klarere Trennung zwischen Orient und Fernost gewünscht. Das Publikum störte das offenbar kaum. Die Reaktion im Burgtheater fiel begeistert aus – und bestätigte, dass dieser Auftritt zu den starken Festivalmomenten zählt.