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Musik & Film1. August 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Exit flieht aus Serbien

Das Musikfestival Exit verlässt nach Angaben der Organisatoren Serbien und zieht nach Montenegro. Gründer Dusan Kovacevic spricht von politischem Druck, gestrichenen Geldern und Drohungen wegen der Unterstützung der Studentenproteste in Novi Sad.

Exit flieht aus Serbien

Das einst größte Musikereignis des Balkans ist in Serbien offenbar nicht mehr erwünscht: Das Festival Exit hat dem Land den Rücken gekehrt und ist nach Montenegro ausgewichen. Noch im vergangenen Sommer feierten in der Festung Petrovaradin in Novi Sad Zehntausende Besucher zu Rock und elektronischer Musik, auf dem Gelände kamen sonst bis zu 200.000 Fans zusammen. In diesem Jahr ist dort Schluss.

Festivalgründer Dusan Kovacevic macht dafür politische Gründe verantwortlich. Nach seiner Darstellung wurden zunächst staatliche Fördermittel gestrichen, anschließend Sponsoren unter Druck gesetzt. Später habe es sogar direkte Drohungen gegen ihn und sein Team gegeben. Das Festival sei damit aus Serbien verdrängt worden, so seine Sicht.

Protest-Symbol statt Party-Marke

Hintergrund ist die Unterstützung der Studentenproteste gegen das System von Präsident Aleksandar Vucic. Diese Demonstrationen waren im November 2024 nach dem Einsturz eines Bahnhofsvordachs in Novi Sad gestartet. Der Verdacht: Korruption und Baumängel könnten eine Rolle gespielt haben. Während des Exit-Festivals im vergangenen Jahr standen blockierende Studenten sogar auf der Bühne. Gemeinsam mit der italienischen Sängerin Gala wurde ihr Hit „Freed from Desire“ zu einer Art Soundtrack der Bewegung.

  • Beginn der Proteste: November 2024
  • Ort des Festivals: Festung Petrovaradin in Novi Sad
  • Besucherzahl: bis zu 50.000 gleichzeitig, insgesamt bis zu 200.000

Razzia und schwere Vorwürfe

Im Mai eskalierte die Lage weiter. Bei einer Razzia wurde Milos Kovacevic, Mitarbeiter der Universität Novi Sad und Bruder des Festivalgründers, festgenommen. Laut Dusan Kovacevic stand zunächst sogar ein Terrorismusvorwurf im Raum, später sei daraus der Vorwurf geworden, zur gewaltsamen Änderung der verfassungsmäßigen Ordnung aufzurufen. Nach seinen Angaben wurde die Haft seines Bruders per medizinischem Gutachten in Hausarrest umgewandelt. Für ihn ist klar: Der Druck sollte ihn zum Schweigen bringen – doch das habe nicht funktioniert.