EU winkt Hollywood-Deal durch
Die EU-Kommission hat die Übernahme von Warner Bros. durch Paramount genehmigt – aber nur mit harten Auflagen für den Filmvertrieb in Europa. Paramount muss seine UIP-Beteiligung im Europäischen Wirtschaftsraum binnen 13 Monaten beenden.

Die geplante Übernahme von Warner Bros. durch Paramount hat in Europa die wichtigste Hürde genommen: Die EU-Kommission gibt grünes Licht – allerdings nicht ohne Bedingungen. Im Fokus der Brüsseler Wettbewerbshüter stand vor allem die Frage, wie viel Marktmacht der neue Studiokonzern beim Filmgeschäft in Europa bekommen würde.
Nach Einschätzung der Kommission bleibt der Wettbewerb bei der Filmproduktion trotz des Zusammenschlusses erhalten. Als weitere starke Anbieter im Europäischen Wirtschaftsraum nennt die Behörde unter anderem Disney, NBC Universal, Sony sowie kleinere US-Studios wie Amazon MGM, A24 und Lionsgate. Auch europäische Filmstudios spielen in der Bewertung eine Rolle. Warner Bros. Discovery und Paramount sind in Europa bereits über Streamingdienste wie Max und Paramount+, über Lizenzen für TV-Formate und über den Kinofilmverleih aktiv.
Knackpunkt war der Kinovertrieb
Probleme sah die EU vor allem beim Vertrieb von Filmen an Kinos. Paramount und Universal arbeiten in diesem Bereich über das Gemeinschaftsunternehmen UIP zusammen. Mit der Fusion wären auch Warner-Filme über diese Struktur vermarktet worden. Genau das hätte laut Kommission zu einer zu hohen Konzentration geführt – mit möglichen Nachteilen für Kinobetreiber und am Ende auch für das Publikum.
- Paramount muss seine Beteiligung an UIP im Europäischen Wirtschaftsraum innerhalb von 13 Monaten nach Abschluss des Deals beenden.
- Für zehn Jahre darf es keine Absprachen mit Universal über einen gemeinsamen Filmvertrieb in Europa geben.
- Außerdem dürfen Warner- oder Paramount-Filme nicht über denselben Kinofilmvertrieb laufen wie Filme von Disney und Universal.
Die Einhaltung dieser Zusagen soll ein unabhängiger Treuhänder überwachen. UIP mit Sitz in London existiert seit 1981 und hat nach eigenen Angaben weltweit mehr als 1000 Filme unter Lizenz vertrieben, darunter über 100 Oscar-prämierte Titel wie „Der Pate“ und „Breakfast at Tiffany’s“.
In den USA weiter Streit um die Fusion
Ganz durch ist der Mega-Deal damit aber noch nicht. In den Vereinigten Staaten wurde die Übernahme laut Quelle per Gerichtsbeschluss in zwölf Bundesstaaten vorläufig gestoppt. Zusätzlich gibt es Widerstand aus der Branche: Mehr als 1000 Filmschaffende und Prominente, darunter Jane Fonda, haben gegen den Zusammenschluss protestiert. Die europäische Entscheidung ist also ein wichtiges Signal – das letzte Wort über diese Hollywood-Fusion dürfte aber noch nicht gesprochen sein.
Foto: derbund