JETZT LIVE
Politik15. Juli 2026, 15:01 Uhr · von Redaktion

EU und Ukraine schmieden Drohnenpakt

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und Präsident Wolodymyr Selenskyj haben in Kiew ein Abkommen zur gemeinsamen Entwicklung und Produktion von Drohnen vorgestellt. Die Kooperation soll ukrainisches Know-how mit Europas Industriekapazitäten verbinden.

EU und Ukraine schmieden Drohnenpakt

Die EU und die Ukraine wollen bei Drohnen künftig deutlich enger zusammenarbeiten. Bei einem Besuch in Kiew kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen ein neues Abkommen an, das die Entwicklung und Produktion gemeinsam voranbringen soll. Der Plan: die in der Ukraine gewachsene Erfahrung aus dem Krieg mit den industriellen Möglichkeiten Europas zusammenführen.

Kiew setzt auf Erfahrung, Europa auf Kapazität

Nach Angaben von der Leyens ist es die erste Vereinbarung dieser Art mit der Ukraine, die Unternehmen und Staaten in der gesamten EU einbeziehen soll. Aus Sicht der Kommissionspräsidentin bringt der Deal zwei Dinge zusammen, die sich ergänzen: auf der einen Seite das praktische Wissen der Ukraine beim Einsatz und bei der Abwehr von Drohnen, auf der anderen Seite die technologischen und industriellen Ressourcen der EU.

Von der Leyen hob in Kiew hervor, dass die Ukraine in diesem Bereich Erfahrungen gesammelt habe, die für Europa besonders wertvoll seien. Hintergrund sind auch Vorfälle in mehreren EU-Staaten, wo es bereits zu Luftraumverletzungen und Alarmmeldungen gekommen war. Die EU könne im Gegenzug nicht nur technische Stärke einbringen, sondern auch sichere Standorte für die Produktion.

Gipfel in Kiew unter Kriegsdruck

Parallel dazu trafen in der ukrainischen Hauptstadt mehrere Staats- und Regierungschefs aus Südosteuropa zu einem Gipfel ein. Laut dem ukrainischen Außenminister Andrij Sybiha soll das Treffen die Partnerschaft der Ukraine mit den beteiligten Ländern und den Weg Richtung EU untermauern. Im Mittelpunkt stehen dabei vor allem die politische Abstimmung sowie die Zusammenarbeit in Sicherheits- und Verteidigungsfragen.

  • Gemeinsame Entwicklung und Produktion von Drohnen
  • Verzahnung von ukrainischem Know-how und EU-Industrie
  • Gipfel mit Staaten aus Südosteuropa in Kiew

Wie dringend die Sicherheitslage bleibt, zeigte auch die Nacht zuvor: Bei einem russischen Luftangriff auf die Hafenstadt Odessa wurden Behörden zufolge drei Menschen getötet. Zudem kamen demnach drei Verletzte in Krankenhäuser. Die Ukraine hofft deshalb weiter auf zusätzliche Unterstützung für ihren Abwehrkampf gegen die seit mehr als vier Jahren andauernde russische Invasion, besonders bei Flugabwehrwaffen.

Foto: Wikimedia Commons / Grunpfnul, CC BY-SA 4.0