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Politik19. Juli 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

EU stoppt Mode-Müll

In der EU dürfen große Firmen unverkaufte neue Kleidung seit Sonntag nicht mehr einfach vernichten. Laut Europäischer Umweltagentur werden bislang 4 bis 9 Prozent aller Textilien entsorgt, ohne je getragen worden zu sein.

EU stoppt Mode-Müll

Neue, ungetragene Kleidung einfach in den Müll? Damit soll in der EU jetzt Schluss sein. Seit Sonntag gilt eine Vorschrift, nach der große Unternehmen unverkaufte Mode nicht mehr ohne Weiteres vernichten dürfen. Ziel ist, brauchsfähige Ware stattdessen erneut zu verkaufen, etwa mit Rabatt, oder zu spenden.

Der Schritt hat einen klaren Hintergrund: Nach Schätzungen der Europäischen Umweltagentur werden in der EU bisher 4 bis 9 Prozent aller Textilien entsorgt, obwohl sie nie getragen wurden. Damit gehen Rohstoffe, Wasser, Energie und Arbeitskraft verloren. Auch fürs Klima ist das relevant: Laut EU-Kommission verursacht allein die Entsorgung bis zu 5,6 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr.

Was jetzt erlaubt ist – und was nicht

  • Unverkaufte, gebrauchsfähige Ware soll möglichst weiterverkauft oder gespendet werden.
  • Ausnahmen gelten etwa für gefährliche, beschädigte oder verschmutzte Produkte.
  • Auch nicht angenommene Spenden an bestimmte sozialwirtschaftliche Einrichtungen in der EU dürfen später vernichtet werden.
  • Für kleinere Unternehmen greifen die Vorgaben erst zu einem späteren Zeitpunkt.

Die neuen Regeln sind Teil der EU-Ökodesign-Verordnung, die bereits seit Juli 2024 in Kraft ist. Nach Darstellung der EU-Kommission geht es dabei um einen sparsameren Umgang mit Ressourcen, weniger Umweltschäden und gleiche Wettbewerbsbedingungen für Unternehmen.

Kritik von Industrie und Umweltschützern

Der Gesamtverband der deutschen Textil- und Modeindustrie hält das Verbot für praxisfern. Aus Sicht des Verbands belastet es die heimische Branche vor allem mit zusätzlicher Bürokratie, während die Probleme durch Fast Fashion damit kaum gelöst würden. Gefordert werden stattdessen bessere Sammel-, Sortier- und Recyclingstrukturen.

Auch von Umweltseite kommt nicht nur Lob. Greenpeace bewertet das Verbot zwar grundsätzlich positiv, warnt aber vor möglichen Schlupflöchern. Ohne konsequente Kontrollen könnten Unternehmen die Regeln leicht umgehen, etwa durch falsche Deklarationen von Produkten. Unterm Strich ist das Signal der EU klar: Neue Kleidung soll künftig seltener im Müll landen.