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Politik10. Juli 2026, 15:02 Uhr · von Redaktion

EU nimmt Meta ins Visier

Die EU-Kommission wirft Meta vor, dass Facebook und Instagram für Kinder und Jugendliche ein zu hohes Suchtpotenzial haben. Dem Konzern drohen im Extremfall Geldbußen von bis zu 6 Prozent des Jahresumsatzes.

EU nimmt Meta ins Visier

Die EU-Kommission sieht bei Facebook und Instagram ein ernstes Risiko für Kinder und Jugendliche. Nach einer rund zweijährigen Untersuchung kommt Brüssel zu dem Schluss, dass die Plattformen ein zu hohes Suchtpotenzial haben könnten. Damit steht Mutterkonzern Meta im Verdacht, gegen die europäischen Regeln für digitale Dienste zu verstoßen.

Im Mittelpunkt der Kritik stehen vor allem Mechanismen, die junge Nutzer möglichst lange auf den Plattformen halten sollen. Dazu zählt die EU personalisierte Inhalte, die sich stark an den Interessen der Nutzer orientieren, aber auch Benachrichtigungen, die immer wieder zurück auf die Apps locken können. Besonders problematisch findet die Kommission außerdem das automatische Abspielen von Inhalten und das sogenannte endlose Scrollen.

Was die EU konkret bemängelt

  • personalisierte Algorithmen bei der Inhaltsauswahl
  • Benachrichtigungen mit möglichem Rückkehr-Effekt
  • automatisches Abspielen von Inhalten
  • endloses Scrollen ohne erzwungene Pausen

Nach Ansicht der EU reichen die bisherigen Schutzmaßnahmen von Meta nicht aus. Die Kindersicherung bei Instagram und Facebook funktioniere aus Sicht der Kommission nur dann gut, wenn Eltern technisch ausreichend versiert sind. Auch Werkzeuge wie Tageslimits oder Pausenzeiten für Kinder seien laut EU zu leicht zu umgehen. Brüssel fordert deshalb unter anderem, dass endloses Scrollen und Autoplay standardmäßig abgeschaltet werden. Zudem sollen wirksame Bildschirmpausen eingeführt werden.

Milliardenstrafe möglich

Meta muss nun auf die Vorwürfe reagieren. Gelingt es dem Konzern nicht, die Kritikpunkte zu beseitigen oder zu entkräften, droht eine Strafe von bis zu sechs Prozent des Jahresumsatzes. Bei Meta könnte das laut Bericht mehr als 12 Milliarden US-Dollar sein. Einen festen Zeitrahmen für die Antwort gibt es allerdings nicht. Meta weist die Vorwürfe in einer ersten Stellungnahme zurück und verweist auf aus eigener Sicht bedeutende Schritte zum Schutz von Teenagern.