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Politik23. Juli 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

DW-Reporter wieder frei

Der türkische DW-Journalist Alican Uludağ ist in Ankara nach seiner erneuten Festnahme unter Auflagen freigelassen worden. Er darf das Land nicht verlassen und muss sich viermal pro Woche bei der Polizei melden.

DW-Reporter wieder frei

Der türkische Gerichts- und Investigativjournalist Alican Uludağ ist nach seiner erneuten Festnahme in Ankara wieder auf freiem Fuß. Wie die Deutsche Welle berichtet, wurde er am Mittwochnachmittag unter Auflagen entlassen. Dazu gehören eine Meldepflicht bei der Polizei viermal pro Woche sowie ein Ausreiseverbot.

Hintergrund ist ein neues Ermittlungsverfahren, das zusätzlich zu einem bereits laufenden Fall gegen den Reporter eingeleitet wurde. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft in Ankara beziehen sich die Vorwürfe auf mehrere Äußerungen Uludağs auf der Plattform X. Als Grundlage werden dabei Artikel 216 und 217a des türkischen Strafgesetzbuches genannt.

Neue Auflagen, altes Verfahren

Uludağ war bereits am 19. Februar 2026 wegen kritischer Aussagen auf X festgenommen worden. Bis zum 21. Mai saß er in Untersuchungshaft. Das damals gestartete Verfahren ist damit nicht erledigt: Der Prozess soll am 18. September weitergehen. Auch das nun neu eröffnete Ermittlungsverfahren läuft weiter.

  • Meldepflicht: viermal wöchentlich bei der Polizei
  • Ausreiseverbot gegen den Journalisten
  • Laufendes Verfahren wird im September fortgesetzt

Kritik von DW und Bundesregierung

DW-Intendantin Barbara Massing bezeichnete die Festnahme als schwerwiegend und machte deutlich, dass journalistische Arbeit nicht kriminalisiert werden dürfe. Auch das Auswärtige Amt verfolgt den Fall nach eigenen Angaben genau. Ein Sprecher erklärte in Berlin, die neuerliche Festnahme habe die Bundesregierung stark irritiert. Zugleich verwies das Ministerium auf die Bedeutung von Pressefreiheit und Rechtsstaatlichkeit.

Der Fall steht laut DW zudem für ein größeres Problem. In der Türkei geraten viele Journalistinnen und Journalisten durch Haft oder politischen Druck unter Druck. Im Weltpressefreiheitsindex 2026 von Reporter ohne Grenzen liegt das Land nur noch auf Rang 163 von 180 und ist damit weiter zurückgefallen.