Drogentote auf Rekordniveau
In Deutschland sind laut Drogenbericht 2025 erneut 2.150 Menschen an den Folgen ihres Konsums gestorben. Drogenbeauftragter Hendrik Streeck warnt vor mehr jungen Opfern, Mischkonsum und zu leicht verfügbaren Substanzen.

Die Zahl der Drogentoten in Deutschland bleibt alarmierend hoch: 2.150 Männer und Frauen starben laut dem jetzt vorgestellten Drogenbericht 2025 an den Folgen ihres Konsums. Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Hendrik Streeck, sprach von einer Entwicklung, die dringend bessere Hilfsangebote erfordert. Besonders beunruhigend: Immer mehr junge Menschen sind betroffen.
Mehr junge Opfer, mehr tödliche Mischungen
Nach den aktuellen Zahlen ist inzwischen fast jede vierte drogenbedingte Todesfolge bei Menschen unter 30 Jahren registriert worden. Bei den unter 20-Jährigen hat sich die Zahl der Todesfälle in den vergangenen vier Jahren fast verdoppelt. Auffällig ist laut Bericht, dass bei jungen Betroffenen häufig Medikamente wie Benzodiazepine oder opioidhaltige Schmerzmittel eine Rolle spielten — oft zusammen mit Alkohol, Kokain oder Cannabis.
Gerade dieser Mischkonsum bleibt eines der größten Probleme. Laut Bericht hatten vier von fünf Drogentoten zuvor mehrere Substanzen kombiniert. Die Folge: Das Risiko tödlicher Vergiftungen steigt deutlich. Hinzu kommt, dass viele Drogen offenbar leichter zu beschaffen sind — etwa über Schwarzmarkt, Darknet, Drogentaxis oder soziale Medien.
Opioide führen die Statistik an
Am häufigsten standen Vergiftungen mit Opiaten und Opioiden hinter den Todesfällen. Auch Kokain, Crack, Heroin, psychoaktive Medikamente, Methadon und Amphetamine tauchen in der Statistik in hoher Zahl auf. Sorge bereiten zudem synthetische Opioide: Im Bericht werden 118 Todesfälle mit Beteiligung von Fentanyl genannt, einem besonders starken Schmerzmittel.
- Opiate/Opioide: 1.316 Todesfälle
- Kokain/Crack: 769
- Heroin/Morphin: 708
- Psychoaktive Medikamente: 696
Streeck sieht nicht nur den Konsum selbst als Problem, sondern auch die Versorgungslage. Städte und Kommunen würden mit den Folgen des Drogenkonsums zunehmend alleingelassen, das Hilfesystem stehe unter Druck. Wie wichtig funktionierende Unterstützung sein kann, zeigte bei dem Termin auch ein ehemaliger Abhängiger aus Berlin, der nach mehreren Therapien nach eigenen Angaben seit 13 Jahren clean ist.