JETZT LIVE
Politik26. Juli 2026, 07:02 Uhr · von Redaktion

Drei Jahre Junta, keine Ruhe

Drei Jahre nach dem Militärputsch in Niger bleibt die Lage im Land angespannt. Vor allem in der Region Tillabéry nehmen dschihadistische Angriffe zu, 2025 wurden dort fast 1.200 Todesfälle registriert.

Drei Jahre Junta, keine Ruhe

Drei Jahre nach dem Putsch vom 26. Juli 2023 ist Niger politisch weiter fest in der Hand der Militärführung. General Abdourahamane Tiani, der sich damals mit Verweis auf die schlechte Sicherheitslage an die Macht setzte, hatte eine Übergangszeit von höchstens drei Jahren angekündigt. Doch dieses Zeitfenster ist verstrichen, während sich zentrale Versprechen der Junta bislang nicht erfüllt haben.

Sicherheitslage spitzt sich weiter zu

Besonders dramatisch ist die Entwicklung im Südwesten des Landes. In der Region Tillabéry häufen sich laut Bewohnern und Beobachtern die Angriffe dschihadistischer Gruppen. Ein Einwohner der Stadt Téra berichtet, dass Attacken auf Armee und Zivilisten heute häufiger und brutaler seien als noch vor drei Jahren. Viele Dörfer seien inzwischen verlassen, Schulen geschlossen, das öffentliche Leben massiv eingeschränkt.

Auch die NGO ACLED sieht eine klare Verschärfung der Lage seit dem Staatsstreich. Tillabéry gilt demnach als wichtigstes Konfliktzentrum im Kampf zwischen der JNIM und dem Islamischen Staat in der Provinz Sahel. Die Folgen sind verheerend: Fast 1.200 Todesfälle wurden dort im Jahr 2025 registriert. Der jüngste größere Angriff ereignete sich am 17. Juli, dabei wurden 16 Soldaten getötet.

  • Putsch in Niger: 26. Juli 2023
  • Versprochene Übergangszeit: maximal drei Jahre
  • Todesfälle in Tillabéry 2025: fast 1.200
  • Letzter größerer Angriff: 17. Juli, 16 tote Soldaten

Flucht, Notunterkünfte, fehlende Perspektiven

Für viele Menschen bleibt nur die Flucht in vermeintlich sicherere Orte. Dort leben sie oft in Notunterkünften und unter prekären Bedingungen. Betroffene berichten von Gelegenheitsjobs, fehlender Sicherheit und sogar Problemen beim Zugang zu Trinkwasser. Die humanitäre Lage verschärft sich damit parallel zur Gewalt.

Neben mehr Sicherheit hatte Tiani nach dem Sturz von Präsident Mohamed Bazoum auch den Kampf gegen Korruption und wirtschaftliche Impulse angekündigt. Drei Jahre später fällt die Bilanz für viele im Land ernüchternd aus: Die Junta hat ihre Macht zementiert, doch Stabilität und spürbare Verbesserungen sind für große Teile der Bevölkerung weiter nicht in Sicht.