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Musik & Film6. August 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Der Metal-Priester rockt das Netz

Der griechisch-orthodoxe Priester Dionysios Tabakis aus Nafplio sorgt mit seinem Debütalbum „Paradise Metal“ für Aufsehen. Auf YouTube wurde die Platte in kurzer Zeit mehr als 77'000-mal abgespielt.

Der Metal-Priester rockt das Netz

Laute Gitarren, düstere Harmonien und tief gepitchte Chöre – was nach klassischem Heavy Metal klingt, stammt in diesem Fall von einem griechisch-orthodoxen Geistlichen. Dionysios Tabakis aus der Hafenstadt Nafplio hat mit „Paradise Metal“ ein Debütalbum veröffentlicht, das ihm überraschend viel Aufmerksamkeit im Netz eingebracht hat.

Besonders ungewöhnlich: Tabakis ist laut dem Bericht ein Selfmade-Musiker. Eine formale Musikausbildung hat er nicht, stattdessen bringt er sich vieles selbst bei – unter anderem mit Youtube-Tutorials und mit Hilfe eines Nachbarn, der ihm Gitarrenriffs zeigt. Vor rund zwei Monaten stellte er seine Musik auf seinen YouTube-Kanal. Seitdem wurde das Album dort bereits über 77’000-mal abgespielt.

Vom Geheimtipp zum Netzphänomen

Dass ein orthodoxer Priester Metal spielt, machte schnell international die Runde. Zusätzlichen Schub bekam Tabakis, nachdem er Songs auf Bandcamp hochgeladen hatte und das US-Musikmagazin Pitchfork darauf aufmerksam wurde. Dort erhielten seine Stücke hohe Bewertungen – teilweise sogar höher als Veröffentlichungen von Aphex Twin oder Daft Punk. Auch ein Artikel im „Guardian“ trug dazu bei, dass der Priester weit über Griechenland hinaus bekannt wurde.

  • Debütalbum: „Paradise Metal“
  • Wohnort: Nafplio in Griechenland
  • YouTube-Abrufe: mehr als 77’000

Kirche zuerst, Metal danach

Brisant ist die Sache auch deshalb, weil Musikinstrumente in der griechisch-orthodoxen Kirche laut Bericht eigentlich keinen Platz haben. Tabakis sieht darin jedoch offenbar keinen Widerspruch. Seine Musik versteht er demnach als Ehrung Gottes. Trotz des Hypes bleibt für ihn die Reihenfolge klar: zuerst die Kirche, dann die Familie – und erst danach die Musik.

Wer nun auf eine große Rockkarriere hofft, dürfte also vorerst enttäuscht werden. Denn Tabakis denkt laut Bericht nicht daran, seine Aufgaben als Priester für ein Musikerleben aufzugeben. Gerade das macht den Fall so besonders: Hier steht kein Rockstar im Priestergewand auf der Bühne, sondern ein Geistlicher, der in seiner Freizeit Metal erschafft – und damit plötzlich zum Internetphänomen geworden ist.