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Musik & Film20. Juli 2026, 19:00 Uhr · von Redaktion

Capus erzählt Grenzdrama neu

Alex Capus legt mit „Querfeldein“ einen Roman vor, der an der Schweizer Grenze spielt. Im Zentrum stehen ein Schmugglerfall aus dem Jahr 1933 und das Leben rund um den Gasthof „zur Moskau“ in Ramsen.

Capus erzählt Grenzdrama neu

Alex Capus verbindet in seinem neuen Roman „Querfeldein“ historische Ereignisse mit einer Dorfgeschichte aus dem Grenzgebiet zwischen Deutschland und der Schweiz. Der Stoff führt nach Ramsen im Kanton Schaffhausen, wo sich eine wahre Schmugglergeschichte und das Leben in einem besonderen Gasthof begegnen.

Ein Schmugglerfall von 1933

Im historischen Kern des Buchs steht Hermann Weber, ein Schmuggler aus Böhmen. Im August 1933 transportiert er laut der Geschichte Kaffee, Zucker und auch kommunistisches Propagandamaterial zwischen Singen in Deutschland und der Schweiz. Dann eskaliert die Lage: Nazi-Schergen verhaften ihn nachts auf Schweizer Boden, misshandeln ihn und verschleppen ihn nach Deutschland. Erst durch das Eingreifen der Schweizer Behörden und den Druck aus Ramsen kommt er wieder zurück.

Die Grenzgeschichte wirkt dabei wie ein kleines Dorf gegen übermächtige Gegner. Genau dieses Spannungsfeld gibt dem Roman seinen Antrieb: viel historische Wucht, aber erzählt mit Energie und Sinn für starke Figuren.

Gasthof, Familie, Freiheit

Der größere Teil von „Querfeldein“ gehört allerdings nicht der Historie, sondern dem Wirt Arnold. Er führt in Ramsen den Gasthof zur Moskau, direkt an der Grenze. Als Sohn eines Arbeiters bleibt er im Dorf Außenseiter, während wohlhabende Bauern den Ton angeben. Zu Geld kommt Arnold nicht durch Erbe, sondern durch einen Gewinn im Spielcasino. So schafft er sich die Grundlage für ein eigenes, unabhängiges Leben.

  • Schauplatz: Grenzdorf Ramsen
  • Zentrum des Alltags: der Gasthof „zur Moskau“
  • Privates Umfeld: Arnolds Frau Betty und acht Kinder

Über mehr als 30 Jahre entfaltet der Roman dann das volle Dorf- und Familienleben. An Arnolds Seite steht die freiheitsliebende Betty, später auch eine ebenso unabhängige Tochter und sieben weitere Kinder. Laut Vorlage macht gerade diese Verbindung aus Grenzdrama und Alltag das Buch stark: „Querfeldein“ wird so nicht nur zum historischen Roman, sondern auch zu einer Erzählung über Partnerschaft, Respekt, Verbindlichkeit und die Frage, wie Menschen über Jahrzehnte miteinander leben, ohne am Alltag zu scheitern.

Foto: Wikimedia Commons / Amrei-Marie, CC BY-SA 4.0