Burnham übernimmt in London
Andy Burnham ist neuer Premierminister des Vereinigten Königreichs. König Charles III. beauftragte den neuen Labour-Chef in London mit der Regierungsbildung; Burnham kündigt tiefgreifende Reformen und einen Zehnjahresplan an.

Andy Burnham ist neuer Premierminister des Vereinigten Königreichs. König Charles III. beauftragte den Labour-Vorsitzenden im Buckingham-Palast in London mit der Regierungsbildung. Burnham folgt auf Keir Starmer, der seinen Rücktritt bereits Ende Juni angekündigt hatte und dessen Gesuch nun offiziell angenommen wurde.
Damit rückt ein Politiker an die Spitze der Regierung, auf den in seiner Partei große Hoffnungen gesetzt werden. Burnham, früher Bürgermeister von Greater Manchester, hatte Starmer schon am Freitag als Labour-Chef abgelöst. In Großbritannien ist das Amt des Premiers traditionell direkt mit dem Vorsitz der Regierungspartei verbunden.
Große Versprechen zum Start
Bei seinem ersten Auftritt in der Downing Street sprach der 56-Jährige von den größten Veränderungen seit 40 Jahren. Großbritannien solle diesen Moment als Wendepunkt nutzen, sagte Burnham. Zugleich machte er klar, dass er das Land wieder stabiler machen will. Er ist bereits der siebte Premierminister in zehn Jahren – ein weiterer Beleg für die politische Unruhe der vergangenen Jahre.
- Regierungsauftrag durch den König in London
- Nachfolge von Keir Starmer an der Regierungsspitze
- Ankündigung eines Zehnjahresplans für Reformen
- Erste Priorität: Obdachlosigkeit bekämpfen
Krise, Druck und ein Plan für zehn Jahre
Die Aufgaben für den neuen Premier sind enorm: Die britische Wirtschaft schwächelt, außenpolitisch hat das Land an Gewicht verloren, dazu kommen soziale Ungleichheit, Wohnungsnot und hohe Energiekosten. Burnham kündigte an, einen langfristigen Reformplan vorzulegen. Dazu zählen laut seinen bisherigen Vorstellungen eine stärkere Dezentralisierung der Verwaltung, ein Regierungssitz im Norden Englands, mehr Wohnungsbau und Maßnahmen gegen die hohen Lebenshaltungskosten.
Besonders schnell will Burnham nach eigenen Worten beim Thema Obdachlosigkeit handeln. Kritiker zweifeln allerdings daran, dass sich seine ambitionierten Vorhaben vor allem mit Blick auf die wirtschaftliche Lage umsetzen lassen. Für Labour gilt Burnham trotzdem als Hoffnungsträger, der das Land aus der Dauerkrise führen soll.