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Politik20. Juli 2026, 19:02 Uhr · von Redaktion

Burnham startet ohne Pult

Andy Burnham ist neuer britischer Premierminister und der siebte Regierungschef in zehn Jahren. In London kündigte er einen Kurswechsel mit Fokus auf Lebenshaltungskosten, Wirtschaft und soziale Entlastung an.

Burnham startet ohne Pult

Andy Burnham ist neuer britischer Premierminister – und startet direkt mit einem symbolischen Bruch. Bei seinem ersten Auftritt vor der 10 Downing Street stand diesmal kein Redepult bereit. Der neue Regierungschef wollte damit nach eigenen Worten zeigen, dass er Politik wieder näher an die Menschen bringen will. Burnham übernimmt ein Land, das politisch und gesellschaftlich tief gespalten ist.

Signal zum Amtsantritt

Begleitet vom Applaus seiner Unterstützer trat Burnham vor den Amtssitz des Premiers, wo ihn auch Vertraute aus seiner Zeit als Bürgermeister von Manchester empfingen. In der Menge stand auch seine Mutter, die er zur Begrüßung umarmte. Seine erste Botschaft: Viele Menschen hätten genug von einer Politik, die fern und abgehoben wirke. Genau dort will Burnham ansetzen – und Vertrauen zurückholen.

Der Wechsel an der Spitze folgt auf den Abschied von Keir Starmer, der nach zwei Jahren im Amt zurücktrat. Starmer zog vor seinem Abgang eine positive Bilanz und verwies auf Fortschritte bei Wirtschaft, öffentlichem Dienst, Armutsbekämpfung, Einwanderung sowie Sicherheit und internationalem Ansehen. Kurz darauf wurde Burnham offiziell sein Nachfolger.

Große Pläne, viele offene Fragen

Burnham kündigte an, das politische und wirtschaftliche System grundlegend umbauen zu wollen. Bis Ende des Jahres soll ein Zehn-Jahres-Plan vorliegen. Schon kurzfristig will er den Druck durch hohe Lebenshaltungskosten mindern. Weitere Details dazu sollen am Dienstag folgen.

  • Lebenshaltungskosten senken
  • Wirtschaft ankurbeln
  • Politik stärker dezentralisieren
  • Versorgungsunternehmen wieder in öffentliche Hand holen
  • Sozialsysteme entlasten und Sozialwohnungen bauen

Der Schwerpunkt seiner Agenda liegt klar auf der Innenpolitik. Wie sich die Vorhaben angesichts eines stark belasteten Haushalts finanzieren lassen, ist allerdings noch offen. Burnhams Ansatz: Früh in Menschen investieren, um später an anderer Stelle – etwa im Sozialsystem – Kosten zu sparen. Jetzt muss der neue Premier beweisen, dass aus der Hoffnung seiner Anhänger auch Rückhalt im ganzen Land werden kann.