Björks Masken verzaubern Reykjavik
In Reykjavik zeigt eine Ausstellung die markanten Masken von Björks langjährigem Kreativpartner James Merry. Die Arbeiten spielen bewusst mit Pflanzen-, Tier- und Menschenformen und setzen auf Verwandlung statt Verhüllung.

Foto: Wikimedia Commons / Green Yoshi, CC BY-SA 3.0
Björk ist seit Jahren für ihre extravaganten Looks bekannt – und ein großer Teil davon stammt von James Merry. In Reykjavik widmet sich nun eine Ausstellung genau diesen Arbeiten. Unter dem Titel „Metamorphlings“ sind Masken zu sehen, die Gesichter nicht einfach bedecken, sondern sichtbar verändern: mal botanisch, mal tierisch, oft irgendwo dazwischen.
Zwischen Pflanze, Tier und Mensch
Merry entwirft seit 2015 Masken für die isländische Musikerin. Sein Ziel ist dabei nicht die klassische Verhüllung, wie man sie etwa von traditionellen Masken kennt. Stattdessen geht es ihm um Übergänge und Uneindeutigkeit. Seine Objekte sollen so wirken, als würden sie noch wachsen, sich ausbreiten oder das Gesicht in etwas Neues verwandeln.
Gerade das Gesicht reizt den Künstler besonders, weil dort selbst kleinste Regungen sofort lesbar sind. Genau mit dieser Sensibilität spielt er: Goldene Drähte scheinen aus Mund und Nase herauszuwachsen, große Perlen sitzen direkt vor den Augen. So entstehen Arbeiten, die gleichzeitig zart, fremd und beinahe lebendig wirken.
Stickerei, Mythologie, Orchideen
Die Ausstellung zeigt, wie breit Merrys Formensprache ist. Zu sehen sind unter anderem Werke, die auf Pflanzen, Körperformen und mythische Motive anspielen. Dazu gehören:
- „Greenman“ aus dem Jahr 2017 mit stilisierten Blättern aus Edelmetall
- „Vocal Chord“, das vom Stimmorgan aus gedacht ist
- „Ghost Orchid“ von 2016, irgendwo zwischen Orchidee, Farn und Horn
- „Gold Medusa“ von 2021 mit Anklängen an die griechische Mythologie
Besonders eng verbunden sind die Masken mit Björks Bühnen- und Bildsprache. In der Ausstellung wird damit auch sichtbar, wie stark Mode, Handwerk und Popfigur hier ineinandergreifen. Die Grenze zwischen Kostüm, Skulptur und Körperaufsatz verschwimmt – ganz so, wie Merry es beabsichtigt.
Quelle: SRF